Südkoreaner klonten maßgeschneiderte Stammzellen für Schwerkranke

20. Mai 2005, 10:40
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Weitere Hürde zum therapeutischen Klonen genommen - Enormes Heilungspotenzial durch bahnbrechenden Erfolg

Washington/Seoul - Südkoreanische Forscher haben als erste weltweit maßgeschneiderte embryonale Stammzellen für schwer kranke Patienten geklont. Damit gelang es ihnen, nur ein Jahr nach ihrem bahnbrechenden Erfolg beim Klonen menschlicher Embryonen eine weitere entscheidende Hürde zum therapeutischen Klonen zu nehmen. Mit Stammzellen, die dasselbe Erbgut wie die Patienten enthalten, könnten Mediziner bei der Therapie die Abwehrreaktion von Patienten verhindern. Das würde die Heilungschancen nach dem Einsetzen der Zellen erheblich verbessern.

Der Tiermediziner Woo Suk Hwang und der Gynäkologe Shin Yong Moon der Nationaluniversität Seoul beschreiben ihre neuen Experimente in der Online-Ausgabe des Wissenschaftsjournals "Science" (Scienceexpress) vom Freitag. Das Team entkernte 185 Eizellen junger Spenderinnen und verschmolz sie mit je einer Hautzellen von elf Patienten.

Diese rangierten im Alter zwischen 2 und 56 Jahren, waren männlich oder weiblich und litten unter einer von drei bisher unheilbaren Krankheiten: einer Querschnittslähmung, dem ererbten Diabetes Typ 1 oder der Immunkrankheit Hypogammaglobulinämie.

Langer Weg zur Therapie

Bis zur Therapie ist es allerdings noch ein langer Weg. So enthalten die gewonnen Stammzellen wahrscheinlich dieselben genetischen Defekte wie die Patienten mit Erbkrankheiten und sind daher nicht direkt zur Heilung einsetzbar. Zudem sind vom Gewinnen der Stammzellen bis zum erfolgreichen Einsetzen in den Patienten noch mehrere Schritte nötig. (APA/dpa)

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