Bregenzer Festspielhaus wird erweitert

19. Mai 2005, 20:20
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Bauarbeiten ab August

Bregenz - Das Bregenzer Festspielhaus wird unmittelbar nach Abschluss der diesjährigen Festspiele (21. August) um 40 Mio. Euro saniert und erweitert. 35 Mio. werden durch Bund, Land und Stadt Bregenz finanziert, für den Rest müssen die Festspiele selbst aufkommen. Festspiel-Präsident Günter Rhomberg zeigte sich am Donnerstagabend optimistisch, die dafür notwendigen Geldgeber zu finden: "Wir werden es irgendwie schaffen".

Zehn Monate Bauzeit

Im Rahmen der Sanierung werden der Eingangsbereich mit Garderoben und Ticket-Center sowie das Foyer völlig neu gestaltet. Der Große Saal des Hauses erhält eine fixe Tribüne, eine Be- und Entlüftung und eine zeitgemäße Optik. Zudem werden Multifunktionsflächen und eine Festspiel-Lounge geschaffen. Komplett erneuert wird die Haustechnik aus Heizung, Lüftung und Klimaanlage sowie die Elektroinstallationen. Nach Angaben des verantwortlichen Architekten Much Untertrifaller erfolgt mit der Sanierung insbesondere eine "Öffnung des Hauses nach außen". Die Arbeiten müssen innerhalb von zehn Monaten abgeschlossen sein, damit das Festspielhaus für die Festspiele im Jahr 2006 wieder benützbar ist.

Festspiel-Präsident Rhomberg zeigte sich überzeugt, dass durch die Sanierung und die Erweiterung des Festspielhauses "das Gesamterlebnis Bregenzer Festspiele deutlich profitieren wird". Neue Chancen für Kongresse und Impulse für die Region erwarten sich Gerhard Stübe, Geschäftsführer der Festspiel- und Kongresshaus GmbH, und der Bürgermeister der Vorarlberger Landeshauptstadt, Markus Linhart. "Die Sanierung bringt neue Möglichkeiten für Kongresse und Kulturveranstaltungen während des gesamten Jahres. Davon profitieren Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel in Bregenz", sagte Linhart.

Donatoren-Modell

Im vergangenen Herbst haben die Festspiele dazu eine groß angelegte Fundraising-Kampagne gestartet. Es beinhaltet unter anderem ein Donatoren-Modell in den Abstufungen 100.000, 50.000 und 25.000 Euro, aber etwa auch einen "Sanierungs-Euro" pro verkaufter Festspiel-Karte, den die Besucher freiwillig bezahlen können. Am Donnerstag wollte Rhomberg weder auf die schon feststehende Summe noch auf Namen von Donatoren eingehen. Er stellte aber klar, dass die Festspiele nicht fünf Mio. Euro sammeln werden. "Wenn es zu dieser Obergrenze hin geht, werden wir einen Kredit aufnehmen", sagte der Festspiel-Präsident. Der Vorsitzende der Projektkommission, Festspiel-Vizepräsident Wilhelm Muzyczyn, war zuversichtlich, dass das Budget eingehalten werden kann und die 40 Mio. Euro-Grenze nicht überschritten wird.

Das 1980 nach einer Bauzeit von rund drei Jahren eröffnete Festspiel- und Kongresshaus wurde von 1995 bis 1997 durch Zubauten (Verwaltungstrakt und Werkstattbühne) auf die doppelte Kubatur vergrößert. Seit der Eröffnung wurden dort rund 6.500 Veranstaltungen mit insgesamt 6,5 Millionen Besuchern abgehalten. Im Vorjahr waren es 364 Veranstaltungen, zu denen rund 440.000 Besucher kamen. Die Bregenzer Festspiele gehen heuer von 20. Juli bis 21. August in Szene. Als Spiel auf dem See steht Giuseppe Verdis "Der Troubadour" auf dem Programm. Im Festspielhaus kommt die Oper "Maskerade" von Carl Nielsen zur Aufführung. (APA)

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