Hubert zuckt aus - von RAU

19. Mai 2005, 18:36
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Das Pressefoyer nach dem letzten Ministerrat muss eine ziemliche Hetz für politische Feinschmecker gewesen sein. Laut Presseberichten wurde Noch-Vizekanzler Hubert Gorbach richtig keck und belegte den steinern neben ihm sitzenden Bundeskanzler mit Anspielungen der gröberen Art. Neutralitätsdebatte? Er könne "auf Aussagen von Spitzenpolitikern verweisen", wonach die Neutralität überholt sei und Klischees wie den Lipizzanern und den Mozartkugeln gleiche (Schüssel am Nationalfeiertag 2001).

Sein angekündigter Umstieg in die Privatwirtschaft? "Es gab und gibt Politiker mit Rückkehrrechten (in ihren Job vor der Politik, Anm.). Manche lassen sich diese sogar abgelten." Ein ziemlicher Hammer, wenn man sich an die (nicht bestätigten) Berichte erinnert, Schüssel habe sich 1997 den Verzicht auf einen Top-Job im bundeskammernahen Wirtschaftsverlag mit einem zweistelligen Millionenbetrag abgelten lassen.

Aber Gorbach legt noch nach: "Und manche sind nur in Kammern groß geworden." Wieder eine massive Attacke auf Schüssel, der seine Karriere in Wirtschaftsbund und Kammer machte. Gorbach gilt innerkoalitionär als Harmonie-Hubert. Aber offenkundig ist ihm schon alles wurscht. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.5.2005)

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