Bosnien fällt hinter Serbien zurück

23. Mai 2005, 10:46
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EU-Sondergesandter Ashdown hält Aufnahme von Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen für unwahrscheinlich

Als "extrem unwahrscheinlich" bezeichnete es der EU-Sondergesandte in Sarajewo, Paddy Ashdown, dass die EU-Kommission am Donnerstag Bosnien grünes Licht gibt für die Aufnahme von Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA). Der SAA-Abschluss gilt als erster Schritt auf dem Weg zur Aufnahme in die Europäische Union.

Ashdown sprach am Montag von einem "schwarzen Tag", den die bosnisch-serbischen Politiker dem ganzen Land beschert hätten, indem sie gegen den von Ashdowns Protektoratsbehörde und der EU-Kommission vorgelegten Plan zur Neuordnung der bosnischen Polizeidistrikte gestimmt hatten.

Schlimmer noch: "Statt Serbien-Montenegro und Albanien auf ihrem Weg nach Europa zu begleiten, fällt Bosnien so lange zurück, bis sich die Politiker entschieden haben, ob sie die europäischen Standards erfüllen können."

Die Regierung in der Republika Srpska beharrt auf dem Fortbestand eines eigenen Innenministeriums und wehrt sich gegen die Aufteilung in zehn Polizeidistrikte. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.5.2005)

Von Markus Bickel aus Sarajewo
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