"UNO und EU Hand in Hand"

20. Mai 2005, 19:10
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Plassnik will, dass Europäer langfristig mit einer Stimme sprechen

"Die UNO und die EU müssen Hand in Hand gehen", erklärte Außenministerin Ursula Plassnik anlässlich ihres Treffens mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan in New York. Plassnik sprach sich daher für einen EU-Sitz im UNO-Sicherheitsrat aus. Obwohl das Ziel einer gemeinsamen EU-Außenpolitik nicht von heute auf morgen zu realisieren sei, wäre es wichtig, wenn Europa langfristig darauf hinarbeiten würde, auch in der UNO mit einer Stimme zu sprechen.

Plassnik wies darauf hin, dass Österreich bereits seit fünfzig Jahren Mitglied der UNO und Wien seit 25 Jahren der einzige UNO-Standort innerhalb der EU sei. Plassnik unterstrich auch die "beeindruckende persönliche Bilanz" von Kofi Annan sowie dessen Bemühungen um UNO-Reform. Es sei sein persönliches Verdienst, wenn dem afrikanischen Kontinent die gebührende Aufmerksamkeit zugedacht werde.

Die Außenministerin meinte, sie sei nicht enttäuscht gewesen, dass die USA anstelle von Außenministerin Condoleezza Rice den ehemaligen Senator Rudy Boschwitz zu den Staatsvertragsfeierlichkeiten entsandt hatten. Sie habe dies keineswegs als Brüskierung Österreichs verstanden. Auch die Frage, warum bei ihrem New-York-Besuch kein Termin mit Rice in Washington zustande gekommen sei, beantwortete Plassnik gelassen: Sie sei bereits im Frühjahr mit Rice in Brüssel zusammengekommen und sei zuversichtlich, dass sich weitere Termine ergeben würden.

Am Rande ihres Besuches traf Plassnik auch mit der stellvertretenden UNO-Generalsekretärin Louise Fréchette, dem Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, Kieran Prendergast, und dem Direktor der Anti-Defamation-League, Abe Foxman, zusammen. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.5.2005)

Von Susi Schneider aus New York
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