Rom wollte Aichern Weihbischof vorsetzen

23. Mai 2005, 14:37
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Nuntius schweigt zur Linzer Nachfolge, neuer Feldkircher Bischof soll schon gefunden sein

Linz/Feldkirch – Bereits am Tag nach dem überraschenden Rücktritt des Linzer Diözesanbischofs Maximilian Aichern verdichteten sich am Donnerstag die Gerüchte, dass der bischöfliche Pensionsantritt in der Diözese Linz nicht ganz freiwillig passiert ist, wie offiziell dargestellt. Der allzu liberale Kurs dürfte Rom seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge gewesen sein. "Bereits unter Papst Johannes Paul II. lautete der Tenor ,In Linz muss etwas passieren‘. Rom hatte bei dem Rücktritt Aicherns schon ein gewichtiges Wort mitgeredet", sagt ein Kircheninsider im Gespräch mit dem STANDARD.

Wie jetzt bekannt wurde, wollte man im Vatikan der Situation in Linz durch die Bestellung eines Weihbischofs für Aichern Herr werden.

Eine Entscheidung, gegen die sich Aichern – heißt es kirchenintern – bis zuletzt vehement zur Wehr gesetzt hatte. Parallel zu den Spekulation über die Freiwilligkeit des Rücktritts ist die Debatte um die Nachfolge voll entbrannt.

Die Liste der genannten Kandidaten ist lang. Angeführt werden sowohl enge Aichern-Vertraute aus dem eher liberalen Lager wie zum Beispiel der Generalvikar Maximilian Mittendorfer oder Pastoralamtschef Wilhelm Vieböck als auch Vertreter der konservativen Kreise wie etwa der Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Wagner. Jene, die aber die eigentliche Entscheidung zu treffen haben, hüllen sich in Schweigen. Man würde derzeit zur Zukunft der Diözese Linz "keinen Kommentar abgeben", hieß es vonseiten der apostolischen Nuntiatur auf STANDARD-Anfrage.

Nachfolger im Ländle

Eine Entscheidung in der Nachbesetzung des zweiten in Österreich – seit mittlerweile knapp einem dreiviertel Jahr – verwaisten Bischofs-Stuhls in der Diözese Vorarlberg ist bereits gefallen. "Zumindest wissen wir, dass der päpstliche Nuntius sich bereits für einen Kandidaten entschieden hat", so der Pressesprecher der Feldkircher Diözese, Rainer Juriatti, zum STANDARD.

Konkrete Namen gebe es dennoch noch nicht: "Wir sind schon dementsprechend gespannt. Ich gehe davon aus, dass wir es in den nächsten Tagen erfahren werden." Aus dem Rennen zu sein scheint der lange als Favorit gehandelte Pastoralamtsleiter Benno Elbs. Aussichtreichster Kandidat ist jetzt der bisherige Generalvikar Elmar Fischer. (Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Printausgabe, 20.5.2005)

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