Eine "Art erweiterte Autonomie"

20. Mai 2005, 15:55
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Kostunica und Tadic mit Nationalisten-Chef über Kosovo-Frage einig

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica und Präsident Boris Tadic haben mit dem amtierenden Führer der größten Oppositionspartei, der Serbischen Radikalen Partei (SRS), Tomislav Nikolic, einen einheitlichen Standpunkt zum Kosovo eingenommen. Es gelte durch "geduldigen Dialog" zu einer Kompromisslösung für das Kosovo zu kommen, hieß es. Wie von der serbischen Regierung mitgeteilt wurde, soll diese Lösung eine "Art erweiterter Autonomie" für die südserbische, von der UNO verwaltete, mehrheitlich von Albanern bewohnte Provinz sichern.

Es sei von besonderer Tragweite, dass die Staatsgrenzen in der Region unverändert bleiben, wodurch die regionale Stabilität bewahrt und gefördert werde, heißt es in der Aussendung, auf welche sich Belgrader Medien berufen. Die Belgrader Spitze, die sich energisch der eventuellen Unabhängigkeit des Kosovo widersetzt - zu der die albanische Mehrheit in der Provinz ebenso energisch drängt -, ist bemüht, für ihre Standpunkte auch die Unterstützung der Opposition zu gewinnen. Die serbischen Ultranationalisten der SRS, deren Chef Vojislav Seselj sich seit zwei Jahren im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag befindet, sind laut den Meinungsumfragen bereits die landesweit stärkste Partei.

Die Begegnung von Kostunica und Tadic mit Nikolic war womöglich auch darauf ausgerichtet, die Ultranationalisten von dem Plan abzubringen, die Regierung zu stürzen. Bei einer vorgezogenen Neuwahl könnte die SRS ganz gewiss mit einem Wahlsieg rechnen. Ob die Ultranationalisten auch selbst die Regierung bilden könnten, ist allerdings fraglich. (APA)

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