Verhaftungen nach Unruhen in Andischan

20. Mai 2005, 17:34
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Laut Angaben der BBC - Grenzstadt zu Kirgisien offenbar wieder unter Polizeikontrolle

Bischkek - Nach den Unruhen im Osten Usbekistans haben die Sicherheitskräfte des Landes Agenturberichten zufolge wieder die Kontrolle über die Grenze zu Kirgisien übernommen. In der usbekischen Grenzstadt Kara Suu sei die Lage stabil, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag.

"Armee-Einheiten des Verteidigungs- und Innenministeriums sowie Grenzwachen ... sind in die Stadt eingerückt und haben die Situation vollständig unter Kontrolle", hieß es in einem Bericht aus der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Der britische Fernsehsender BBC berichtete, von der usbekischen Regierung beorderte Kräfte seien über Nacht nach Kara Suu gefahren und hätten dort mehrere Menschen verhaftet.

Eine Sprecherin der kirgisischen Grenzkontrolle sagte, sie wisse nichts über Soldaten in Kara Suu. Nachdem ihre Kollegen in den vergangenen Tagen ihre Arbeit allein erledigt hätten, seien nun aber auch wieder usbekische Grenzschützer auf ihren Posten.

Am Wochenende hatten die Einwohner Kara Suus die örtliche Polizeiwache und weitere Verwaltungsgebäude in Brand gesteckt. Zudem waren nach der Niederschlagung von Protesten in der nahe gelegenen Stadt Andischan Tausende Demonstranten nach Kara Suu geflohen. Augenzeugen zufolge töteten die Sicherheitskräfte in Andischan rund 500 Menschen. Die Regierung spricht von 169 Toten. Davon seien die meisten "Banditen" gewesen, die Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet hätten. (APA/Reuters)

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