Was ist gut?

19. Mai 2005, 14:05
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In der aktuellen Ausgabe der "KORYphäe" kommen Expertinnen zum Thema Qualität zu Wort

Wie frau in verschiednen Gebieten das Beste findet und was eigentlich "das Beste" ist, das klärt die aktuelle Nummer 37 der "KORYphäe" mit dem Titel "Was ist gut". "KORYphäe" hat Frauen aus verschiedenen Disziplinen gefragt, was sie gut finden. In einem Redaktionsartikel wird die redaktionelle Diskussion zum Thema dargestellt.

Gängige Qualitätssicherungs-
Massnahmen und Normen bleiben oft bei Äusserlichkeiten hängen, wie fast alle Beiträge in verschiedenster Weise illustrieren. Irmtraud Heß beschreibt die historisch weit zurückreichende Verbindung zwischen Gutem und Schönem, nach der ein schöner Mensch auch ein guter Mensch ist. So findet sich auch in "Kürschners Handlexikon" (um 1930 herausgegeben) noch zum Begriff Qualitätsware die Erklärung, dass sie zweckmäßig und schön zugleich ist.

..hat ihren Preis

Aber vielleicht ist Qualität tatsächlich nicht mehr gefragt? Vielleicht geht es manchen wirklich nur mehr um viel und billig, oder ist "gut" tatsächlich die gerade Gurke und die hygienische Torte? Hat es mit der um sich greifenden Armut zu tun, dass Qualität – die eben "ihren Preis hat" – ins Hintertreffen geraten ist? Und welche Rolle spielt hier der feministische Blickwinkel? Qualität nur an mess- und zählbaren Parametern festzumachen, entspricht jedenfalls der klassisch-männlichen Naturwissenschaft. Ob von den Verfasser(innen?) der Kindergarten- Hygieneverordnung wohl jemand eigene Kinder hat, und diese mit Selbstgebackenem verköstigt?

Gesundheitssystem

Der Zertifizierung unserer Nahrung widmen sich Rosemarie Zehetgruber und Anita Kamptner. Sie belegen, dass diese "Qualität" mit Geschmack nichts Gemeinsames hat. Ursula Kogler hinterfragt den Qualitätsbegriff im Gesundheitssystem. Nicht die Qualitätssicherung für die unter Kostendruck gesetzte Reparaturmedizin, sondern der grundsätzlich andere, weitreichendere Qualitätsanspruch der Ganzheitsmedizin und Gesundheitsvorsorge stehen im Zentrum ihrer Analyse. Um Qualität im Krankenhaus, mit Schwerpunkt Pflege, kreist auch der Text von Johanna Zehetgruber, sie berichtet von ihren Erfahrungen als Krankenschwester.

Erfahrungen als Trainerinnen und im Wissenschaftsbetrieb

Den Qualitätsmerkmalen, -kriterien und –unterschieden im Zusammenhang mit Gender Mainstreaming widmen sich Sabine Steinbacher und Gabriele Bargehr. Sie bringen ihre Erfahrung als Trainerinnen im Gender-Mainstreaming-Kontext ein. Gute Qualität am Bau aber auch bei Liefer- und Dienstleistungsaufträgen soll durch das Vergaberecht gewährleistet werden; wie hier Geschlechterdemokratie erreicht werden kann untersuchen Bente Knoll und Elke Szalai. Wird durch ein Hochschulranking wirklich die Qualität des Studiums für die einzelne Studentin verbessert? Oder geht es nur darum, marktwirtschaftliche Prinzipien in die Bildung zu tragen? Und welche Rolle spielt hier PISA?? Wie viele Publikationen brauchen Wissenschafterinnen für ihre Karriere im Wissenschaftsbetrieb – und wie viele Publikationspunkte wird Petra Seibert dieser Artikel in der Koryphäe wohl einbringen?

Bezug

Zu bestellen ist die "KORYphäe" per E-Mail oder im Web unter fluminut. Zu kaufen gibt es die "KORYphäe" in folgenden Buchhandlungen: - Buchhandlung Frauenzimmer, Wien
- Zentralbuchhandlung, Wien
- Kunsthalle Wien Shop, Wien
Jos Fritz, Freiburg/Br.

Jahresabo (2 Ausgaben pro Jahr): € 18,00; Förderinnenabo: € 27,00; Einzelexemplar € 7,00 (red)

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