Madrid-Anschläge: "Mohamed der Ägypter" in Mailand vernommen

23. Mai 2005, 21:54
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Untersuchungsrichterin entscheidet über Prozess gegen Terrorverdächtigen

Rom - In Mailand hat am Donnerstag die Vernehmung eines Hauptverdächtigen der Madrider Terroranschläge vom 11. März 2004 begonnen. Die Mailänder Untersuchungsrichterin, Chiara Nobili, muss entscheiden, ob genügend belastendes Material zur Eröffnung eines Prozesses gegen den Ägypter Rabei Osman Ahmed besteht, der im vergangenen Jahr in Mailand festgenommen worden war. In Italien wurde der Ägypter wegen "Bildung einer internationalen terroristischen Vereinigung" angeklagt, berichteten italienische Medien am Donnerstag.

Osman Ahmed wurde im Juni 2004 mit zwei weiteren Verdächtigen in Mailand verhaftet. Die Polizei kam auf seine Spur, weil er in einem abgehörten Telefongespräch mit seiner Rolle bei den Madrider Anschlägen prahlte. Osman Ahmed führte nach Angaben des spanischen Richters Juan del Olmo eine kleine Gruppe islamischer Extremisten. Die spanische Justiz hatte ihn in den vergangenen Monaten vernommen.

Osman Ahmed soll vor allem enge Verbindungen zu dem Tunesier Serhane Ben Abedelmajid Fakhet unterhalten haben, der vermutlich der ideologische Kopf dieser Gruppe von sieben Extremisten war. Bei den Anschlägen auf Pendlerzüge in Madrid kamen 191 Menschen ums Leben; mehr als 1.500 wurden verletzt. (APA)

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