864.000 Senioren haben keine Bahn in der Nähe

23. Mai 2005, 09:07
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Auch Bushaltestellen sind für viele ältere Menschen zu weit entfernt

Wien - 864.000 Senioren, das sind 87 Prozent, haben keine Bahn in ihrer unmittelbaren Nähe. 27 Prozent (262.000) der älteren Personen in den Bundesländern haben auch keine nahe gelegene Bushaltestelle. Das ergab eine Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ).

Aus diesem Grund forderte die Organisation gemeinsam mit dem Pensionistenverband bessere Bus- und Bahnverbindungen in Österreich, die v.a. älteren Menschen zu Gute kommen sollen. Die über 65-Jährigen fahren häufiger mit den "Öffis" als etwa die Gruppe der 36- bis 55- Jährigen. Die Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen nutzt dieses Verkehrsmittel für jeden neunten Weg, die 75- bis 84-Jährigen für jeden achten Weg, dahingehend die 36- bis 55-Jährigen nur für jede zehnte Strecke.

Schwierige Fahrpläne

Der VCÖ forderte deshalb ein dichteres Bus- und Bahnnetz. Die Wege für die Senioren zu den Haltestellen müssen kurz sein, so Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungszentrum. Wichtig sei zudem eine höhere Dichte an Haltestellen. Auch die Verbindungen sollten regelmäßiger werden, Rauh schlägt in diesem Zusammenhang einen Taktfahrplan vor. "Gerade für ältere Menschen ist es schwierig, sich komplizierte Fahrpläne zu merken", so der Experte. Simpler müsse auch der Tarifdschungel werden. Zudem wäre es wichtig, wenn Fahrzeuge seniorengerecht und die Zugänge sicherer und übersichtlicher werden.

Aus diesem Grund wurde jetzt eine Resolution für mehr Bus- und Bahnverbindungen beschlossen, 130 Gemeinden und Städte haben sich dieser bereits angeschlossen. Im Sommer soll die Resolution an Verkehrsminister Gorbach überreicht werden. (APA)

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