Mord an Skyguide-Fluglotsen: Täter zurechnungsfähig erklärt

21. Mai 2005, 19:06
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Familienvater verlor bei Flugzeugunglück seine Frau und zwei Kinder und übte Selbstjustiz

Zürich - Der Mann, der im Februar 2004 in Kloten einen Lotsen der schweizerischen Flugsicherung Skyguide erstochen hat, muss sich wegen vorsätzlicher Tötung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Zürich hat Anklage gegen den 49-Jährigen erhoben. Der Prozess dürfte noch in diesem Jahr stattfinden.

Zurechnungsfähig

Der Angeklagte hatte zum Abschluss der Strafuntersuchung im Februar ein Geständnis abgelegt. An die Tat selbst könne er sich allerdings nicht erinnern. In einem psychiatrischen Gutachten wurde er für zurechnungsfähig erklärt.

Das Tötungsdelikt hängt mit der Kollision einer Passagiermaschine und eines Frachtflugzeugs bei Überlingen am Bodensee am 1. Juli 2002 zusammen, bei dem 71 Menschen ums Leben kamen. Bei dem Unglück verlor der 49-Jährige seine Frau und seine beiden Kinder. Nach seiner Überzeugung war der Fluglotse am Crash schuld.

Am 24. Februar 2004 suchte der Familienvater den Fluglotsen an dessen Wohnort in Kloten auf und tötete den 36-jährigen Familienvater mit mehreren Messerstichen. Am folgenden Tag wurde er in einem Hotel in Kloten verhaftet.(APA)

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