Erstes Zeckenopfer gemeldet: Siebenjähriger Steirer war nicht geimpft

23. Mai 2005, 09:05
13 Postings

Die Experten warnen: Die Hochsaison der Zecken beginnt erst - mit Grafik

Wien - Der erste FSME-Fall in diesem Jahr in Österreich betrifft ein siebenjähriges Kind aus der Steiermark. Der Bub war nicht geschützt. Die Experten warnen: Die Hochsaison der Zecken beginnt erst.

Vergangenes Jahr gab es in Österreich knapp über 50 Erkrankungsfälle. Univ.-Prof. Dr. Franz X. Heinz, Leiter des Klinischen Instituts für Virologie der Medizinischen Universität Wien, warnt: "Es gibt keine wirkungsvolle Therapie, wenn die FSME einmal ausgebrochen ist, es können nur die Symptome so gut wie möglich behandelt werden. Die Impfung nach einem Zeckenstich gibt es nicht."

Witterungsbedingten Verschiebung

In den vergangenen vier Jahren wurden die ersten FSME-Fälle bereits im April gemeldet, während heuer die erste Registrierung erst im Mai erfolgte. Im Vergleichszeitraum 2004 wurden bereits vier Patienten hospitalisiert. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies kein Indiz für eine echte Verringerung der FSME-Fälle im heurigen Jahr, sondern nur Ausdruck einer witterungsbedingten Verschiebung ist. Mit zunehmenden Freizeitaktivitäten im Grünen wird auch die Zahl der FSME-Fälle wieder steigen", so Heinz.

Auch Touristen, die ihren Urlaub in Österreich verbringen wollen, sollten über das Risiko und die Möglichkeiten einer FSME-Impfung aufgeklärt werden. "Mit der Zeckengefahr in unserem Land darf nicht hinter dem Berg gehalten werden.", appellierte Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze vom Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien .

Impfaktion

Laut Experten sollte sich jeder Österreicher gegen die FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) impfen lassen. Die Österreichische Apothekerkammer bietet mit einer Impfkampagne den Impfstoff bis 31. Juli um rund 30 Prozent verbilligt an. Der Impfstoff kostet vergünstigt für Kinder 19,30 Euro und für Erwachsene 22,50 Euro. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Übersichtskarte Österreich mit FSME-Risikogebieten

Share if you care.