Straftat Männerdiskriminierung

19. Mai 2005, 11:25
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Polnische Managerin wegen sexistischer Einstellungspolitik verurteilt - Erstes Urteil dieser Art

Warschau - Das Amtsgericht von Krakow (Krakau) hat zum ersten Mal in der Geschichte Polens eine Frau wegen der Diskriminierung von Männern verurteilt. 3.000 Zloty (rund 700 Euro) Strafe muss die Managerin eines Pflanzenzucht-Betriebes bezahlen, weil sie einen Bewerber wegen dessen Geschlechtes abgelehnt hatte.

Anklage

"Kerle sind ungeduldig und ungeschickt, das ist wissenschaftlich bewiesen", soll Beata P. zum 35-jährigen Krzysztof S. gesagt haben, der sich als Laborant beworben hatte. Der Diplom-Biologe, der an einer Dissertation schreibt, wollte sich diese Meinung nicht gefallen lassen und zeigte Beata P. wegen geschlechtlicher Diskriminierung an.

Nach Überzeugung des Gerichts hat die Angeklagte damit das Gesetz verletzt, das die Auswahl von neuen MitarbeiterInnen regelt, außerdem die polnische Verfassung und Richtlinien der EU. Sie habe dem Bewerber keine Chance gegeben, seine Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis zu stellen. Das von Beata P. gewählte Auswahlkriterium für die zu besetzende Stelle "verschlechtert die Situation eines der Geschlechter bei der Arbeitssuche", erläuterte Richterin Monika Prokopiuk ihre Entscheidung. (APA)

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    Ein diskriminierter Biologe ging vor Gericht und bekam Recht.
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