Sunnitenführer werfen irakischen Sicherheitskräften 14 Morde vor

21. Mai 2005, 13:45
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Aufruf zu dreitägigem "Gebetsstreik"

Bagdad - Religiöse Sunnitenführer haben den irakischen Sicherheitskräften die Tötung von 14 Sunniten vorgeworfen. Soldaten und Kommandos des Innenministeriums hätten Imame und Wächter von Moscheen festgenommen, gefoltert und getötet und ihre Leichen auf einer Müllhalde entsorgt, erklärte das Komitee moslemischer Gelehrter, die größte Sunnitenvertretung des Irak, am Mittwoch. In der Erklärung waren die Namen von 14 angeblichen Opfern aufgelistet, unter ihnen drei Imame.

Zuvor hatte das Komitee den Rücktritt des irakischen Innenministers, eines Sunniten, und des sunnitischen Verteidigungsministers gefordert. Diese wiesen die Vorwürfe zurück. Der Anführer der Sunnitenorganisation Wakf, Adnan el Dulaimi, rief die Gläubigen in Bagdad zu einem dreitägigen "Gebetsstreik" ab dem Morgengebet am Freitag auf.

Sunnitische Vertreter hatten vor einer Verschlimmerung der Gewalt zwischen den Religionsgemeinschaften gewarnt, nachdem am Wochenende in Bagdad und Umgebung die Leichen von fast 50 Menschen entdeckt worden waren, von denen viele offenbar exekutiert wurden. Bei vielen der Opfer soll es sich um Sunniten handeln. Die sunnitische Bevölkerungsminderheit hatte während der Herrschaft des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein die Macht im Irak. Jetzt wird die Regierung überwiegend von der schiitischen Mehrheit gelenkt. (APA)

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