Sieben Hilfsorganisations-Mitarbeiter erschossen

21. Mai 2005, 16:55
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Weiter keine Nachrichten von entführter CARE-Mitarbeiterin Cantoni - Caritas schließt Abzug von Mitarbeitern nicht aus

Kandahar - Im Süden Afghanistans sind am Donnerstag sieben Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation erschossen worden. Wie ein Sprecher der Provinzregierung von Sabul mitteilte, gerieten sie auf der Straße von Kabul nach Kandahar im Bezirk Shahdshoi in einen Hinterhalt. Als Täter wurden Taliban-Extremisten vermutet. Die Nationalität der Opfer war zunächst nicht bekannt, ebenso wenig der Name der Hilfsorganisation.

Erst am Mittwoch hatten mutmaßliche Taliban fünf Afghanen erschossen, die für ein von den USA finanziertes Projekt zur Beendigung des Opium-Anbaus im Süden des Landes arbeiteten. Am Montag wurde in der Hauptstadt Kabul die italienische CARE-Mitarbeiterin Clementina Cantoni entführt. Ein von dem möglichen Geiselnehmer gestelltes Ultimatum ist in der Nacht zum Donnerstag ohne neue Nachricht von Cantoni verstrichen.

Caritas schließt Abzug von Mitarbeitern nicht aus

Nach den jüngsten Angriffen von Rebellen in Afghanistan auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen schließt Caritas international in der Zwischenzeit einen Abzug seiner Helfer nicht mehr aus. Eine reguläre Arbeit in dem Land sei nicht mehr möglich. "Afghanistan ist kurz davor zu kippen", teilte die Organisation am Donnerstag in Freiburg mit. Die vier deutschen und 13 afghanischen Caritas- Mitarbeiter im Kabuler Büro hätten bereits seit vergangener Woche die Anweisung, ihre Unterkünfte nicht mehr zu verlassen. Zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden hatten mutmaßliche Taliban-Kämpfer am Donnerstag ein Fahrzeug einer Hilfsorganisation angegriffen und alle sechs Insassen getötet. (APA)

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