Bush kündigt US-"Spezialkorps" für Demokratisierung der Welt an

24. Mai 2005, 11:30
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US-Präsident räumt Schwierigkeiten im Irak ein - 124 Millionen Dollar für neue Abteilung für Wiederaufbau und Stabilisierung

Washington - Zur Unterstützung junger Demokratien will US-Präsident George W. Bush ein Spezialkorps aus Diplomaten und anderen Regierungsbeamten zusammenstellen. "Dieses neue Korps wird auf Abruf bereit stehen, um Programme vor Ort binnen Tagen und Wochen in Gang zu bringen, anstatt von Monaten und Jahren", erklärte Bush laut vorab verbreitetem Redemanuskript vor dem Internationalen Republikanischen Institut (IRI) in Washington.

Den Bedarf für eine solche zivile schnelle Eingreiftruppe begründet Bush mit den Schwierigkeiten bei der Einsetzung der ersten irakischen Übergangsregierung nach dem Sturz Saddam Husseins durch US-Truppen. Die Einsätze des Korps sollen von einem noch zu schaffenden Büro für Wiederaufbau und Stabilisierung koordiniert werden, das im US-Außenministerium angesiedelt werden soll. Für dieses Büro und einen neuen Fonds zur Konfliktlösung will Bush im Haushalt 2006 insgesamt 124 Millionen Dollar (rund 100 Millionen Euro) bereitstellen.

Zudem sollten die US-Streitkräfte künftig verstärkt von Militärpolizei und Verwaltungsspezialisten unterstützt werden, damit Sie "Gesellschaften im Übergang von Krieg und Despotismus zu Freiheit und Demokratie" effektiver helfen könnten, heißt es in dem Redemanuskript. "Diejenigen, die ihre Freiheit einfordern, werden in den Vereinigten Staaten einen standhaften Verbündeten haben."

Entwicklung der Demokratie weltweit dauert ihre Zeit

Die Einsetzung demokratischer Regierungen in der ganzen Welt wird nach Ansicht von US-Präsident George W. Bush viel Zeit benötigen. Fast jede Demokratie habe Phasen der "Herausforderungen und Verwirrungen" durchgemacht, sagte Bush am Mittwoch (Ortszeit) laut einem voraus vom Weißen Haus verbreiteten Redemanuskript vor dem Internationalen Republikanischen Institut (IRI) in Washington.

In der Ukraine hätten die Menschen nach der Unabhängigkeit 13 Jahre auf die Revolution warten müssen, die ihnen mehr Demokratie brachte, sagte Bush. "Wir leben in einer Zeit des großen Idealismus, in der für Millionen der Traum von der Freiheit Gestalt annimmt". Zugleich sei eine "realistische Politik" notwendig, um die Errungenschaften junger Demokratien zu sichern, sagte der US-Präsident. (APA/AP)

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    Bush: "Diejenigen, die ihre Freiheit einfordern, werden in den Vereinigten Staaten einen standhaften Verbündeten haben."

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