Nach Umweltschutz-Protesten: OMV bekräftigt Rückzug aus Lateinamerika

23. Mai 2005, 09:05
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Laut Global 2000 sind durch Ölförderung in den vergangenen 30 Jahren 70 Millionen m3 Öl und Chemikalien im Urwaldboden versickert

Wien - Der OMV-Vorstand hat am Mittwoch bekräftigt, dass sich der führende Erdöl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas von seinen Aktivitäten in den südamerikanischen Ländern Venezuela und Ecuador zurückziehen will. "Von diesen Assets wollen wir uns trennen", sagte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer in der Hauptversammlung.

Keine Kernregionen

OMV-E&P-Vorstand Helmut Langanger erinnerte daran, dass die dortigen OMV-Assets im seinerzeit erworbenen Preussag-Paket mit dabei gewesen seien. Diese Ländern zählten aber nicht zu den OMV-Kernregionen, daher wolle man sich zurückziehen. Dies habe man von Anfang an gesagt. In Venezuela habe man vergangenes Jahr bereits einen ersten Teilrückzug vollzogen. In Ecuador sei derzeit die verworrene politische Situation das größte Hindernis.

Aktivisten der Umweltschutzorganisation Global 2000 hatten am Mittwochnachmittag parallel zur Hauptversammlung der OMV vor dem Austria Center Vienna (ACV) protestiert und bereits am Vormittag einen Großtank der OMV-Raffinerie in Schwechat bei Wien besetzt. In den frühen Vormittagsstunden wurde ein rund 180 m2 großes Banner mit der Forderung nach einem Stopp der Regenwaldzerstörung montiert. Konkret geht es den Umweltschützern um das OMV-Engagement in Ecuador.

Laut Global 2000 sind durch die Ölförderung in Ecuador in den vergangenen 30 Jahren geschätzte 70 Mio. m3 Öl und Chemikalien im Urwaldboden versickert und haben die Wasserläufe der Flüsse verseucht: 40 Prozent des Regenwaldes des Landes seien durch Ölförderung und Bergbau schon völlig zerstört. Ecuador sei trotz 30 Jahren Ölförderung "völlig verarmt und hoch verschuldet". (APA)

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