Ante S. packte aus

16. März 2006, 19:05
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Laut deutschen Medienberichten gibt es auch eine heiße Spur nach Österreich

Berlin - In den deutschen Wett- und Schiedsrichter-Skandal kommt neue Bewegung. Mit dem Kroaten Ante S. hat einer der Hauptbeschuldigten sein Schweigen nach fast vier Monaten Untersuchungshaft gebrochen und seine Beteiligung an manipulierten Fußball-Spielen gestanden. Laut deutschen Medienberichten hat sich durch die Aussagen des Verdächtigen auch eine "heiße Spur" nach Österreich ergeben.

Neu heiße Spuren im Ausland

Nach einem Bericht des "Berliner Kuriers" (Donnerstag-Ausgabe) soll der 28-jährige Kroate ausgesagt haben, dass neben den Referees auch "viel mehr Spieler" als bisher bekannt in den Skandal verwickelt seien und "neue heiße Spuren" auch ins Ausland, vor allem nach Österreich führen würden. Bundesliga-Absteiger SW Bregenz, der im Zusammenhang mit dem Wettskandal von Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer ins Spiel gebracht worden war, wurde in dem Bericht nicht dezidiert erwähnt.

Nach Informationen des "Tagesspiegel" (Donnerstag) hat Ante S. außerdem unter anderem die Schiedsrichter Dominik Marks, Felix Zwayer, Torsten Koop und Jürgen Jansen belastet. Mit ihnen solle es "bestimmte Absprachen" gegeben haben.

Weitere Schiebungen

Laut "Süddeutscher Zeitung" (Donnerstag) habe Ante S. bei dem Verhör erklärt, "dass durch ihn noch zwei weitere Begegnungen in den Regionalligen beeinflusst" worden seien, "die bislang den Staatsanwälten nicht bekannt waren". Zudem seien anlässlich des Bundesliga-Spiels 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg (3:0) am 27. November 2004 rund 25.000 Euro an den Schiedsrichter-Funktionär Wieland Z. gezahlt worden.

Ante S. war an mehreren Tagen von den ermittelnden Staatsanwälten vernommen worden. "Er hat die Vorwürfe gegen ihn weitgehend eingestanden", berichtete Frank Thiel, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. "Insofern hat sich tatsächlich Neues ergeben." Details wollte Thiel nicht nennen. Erst einmal sei die Befragung, die in einem 40-seitigen Protokoll festgehalten ist, abgeschlossen.

Die Aussagen das Kroaten würden jetzt von der Staatsanwaltschaft darauf geprüft, wie glaubhaft sie seien und ob es Widersprüche gebe. Möglicherweise würden sich laut Thiel weitere Ermittlungen anschließen. "Die Aussagen von Ante S. zeigen, dass immer Wendungen eintreten können, die man nicht voraussagen kann", sagte Thiel. (APA/dpa)

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