Aoun spricht vor Wahl von "legaler Fälschung"

24. Mai 2005, 07:59
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USA teilen Aouns Vorbehalte - Botschafter Feltman besuchte Ex-Armeechef - Vermittlungsversuche bestritten

Beirut - Vor den Parlamentswahlen im Libanon haben die USA die Kritik des antisyrischen Christenführers und ehemaligen Armeechefs Ex-General Michel Aoun an dem Wahlgesetz unterstützt, das Minderheiten benachteilige. Laut einem Bericht der Beiruter Tageszeitung "L'Orient - Le Jour" vom Donnerstag erklärte der amerikanische Botschafter Jeffrey Feltman nach einem Höflichkeitsbesuch bei Aoun, er teile dessen Auffassung, dass das Wahlgesetz "nicht ideal" sei. "Man muss abwarten, was nach den Wahlen geschieht", sagte Feltman. Der Libanon befinde sich "auf dem Weg der Demokratie und Unabhängigkeit". Der Reformprozess müsse konsequent fortgesetzt werden.

Der US-Botschafter bestritt zugleich, dass er zwischen Aoun und den Anhängern des ermordeten Ministerpräsidenten Rafik Hariri sowie jenen von Drusenführer Walid Joumblatt vermitteln wolle. "Es steht uns nicht zu, ihm zu sagen, mit wem er sich verbünden soll. Wir mischen uns nicht in interne libanesische Entscheidungen ein", sagte Feltman. Die Wahlen würden jedenfalls den Wandel einleiten.

Der pro-westlich orientierte Aoun hatte bei seiner Rückkehr aus dem französischen Exil ein Kooperationsangebot an die militante Schiiten-Organisation Hisbollah gerichtet und damit in Washington Besorgnis ausgelöst. Der US-Botschafter hatte den Ex-General nach Medienberichten am Mittwoch aufgesucht und dabei die Wertschätzung ausgedrückt, die Aoun von den USA entgegengebracht würde. (APA)

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