Lebenslängliche Haft für Steirer wegen Mordes an Ex-Freundin

19. Mai 2005, 16:47
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Urteil nicht rechtskräftig

Graz - Wegen Mordes an seiner ehemaligen Lebensgefährtin wurde ein 43-jähriger Obersteirer am Mittwochabend von einem Geschworenensenat zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte die Frau durch zwei Messerstiche so schwer verletzt, dass sie bei der Notoperation starb. Der Beschuldigte will berufen, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Verhältnis zwischen Rupert G. und seiner Ex-Freundin Isabella (32) war von Anfang an von Streit und Eifersucht geprägt. "Zuerst hatten wir nur ein Verhältnis, ich hab' gleich wieder Schluss gemacht", schilderte der Angeklagte. Doch es zog ihn immer wieder zu der Frau hin, mit der er dann auch zwei Kinder bekam. Doch die Treffen gingen auch nach der endgültigen Trennung weiter, eine sexuelle Beziehung blieb aufrecht.

Für Sex bezahlt

G. war immer wieder eifersüchtig und übte laut Staatsanwalt Manfred Kammerer "Terror" auf seine Ex-Freundin aus. Er traf sich hin und wieder mit ihr, musste nun für Sex allerdings bezahlen. So auch am 21. November 2004, als sie sich mit ihm traf und im Auto in einen Wald bei Attendorf (Bezirk Graz-Umgebung) fuhr. Dort begannen die beiden, nachdem sie zuerst miteinander geschlafen hatten, wieder heftig zu streiten.

Im Auto verblutet

Der 43-Jährige zog ein Messer und versetzte seinem Opfer je einen Stich in Brust und Bauch. Dann fuhr er nach Graz und ging zur Polizei. Während er den Beamten erzählte, was passiert sei, lag seine Ex-Lebensgefährtin im Auto am Beifahrersitz und verblutete. Sie wurde zwar anschließend sofort ins Krankenhaus gebracht, starb aber bei einer Notoperation.

"Es war nur Totschlag, ich habe nichts geplant", beteuerte der Angeklagte bei der Verhandlung. "Ich habe sie immer wieder getroffen, weil ich meine Kinder über alles liebe", erklärte er die Fortsetzung der unglücklichen Beziehung. "Und da bringen Sie die Mutter um? Das nennen Sie Kinderliebe?", entfuhr es der beisitzenden Richterin.

Gute Köchin

Sie hatte noch eine weitere Frage: "Seit Stunden höre ich nur Schlechtes über die Tote. Können Sie wenigstens eine gute Eigenschaft ihrer Ex-Freundin nennen?". Auf diese Frage folgte längeres Schweigen, dann meinte der Beschuldigte: "Sie hat gut kochen können."

Die Geschworenen befanden den Steirer für schuldig des Mordes. Er wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt und kündigte Berufung an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (APA)

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