Neun Terrorverdächtige in Italien verhaftet

19. Mai 2005, 18:40
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Mutmaßliche Islamisten sollen sich auch Geld gefälscht und mit Drogen gehandelt haben

Rom - Die italienische Polizei hat bei Razzien im Norden des Landes am Mittwoch neun Terrorverdächtige festgenommen. Sechs der aus Nordafrika stammenden Männer wurden in Mailand und drei in Turin verhaftet, wie die Polizei mitteilte. Gegen insgesamt 23 Verdächtige, die meisten von ihnen Tunesier, wurde Haftbefehl erlassen. Sie stehen laut Polizei im Verdacht, mit internationalen Terrororganisationen in Kontakt zu stehen, darunter der Gruppe Ansar al Islam, der Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida nachgesagt werden.

Angeblich Anschläge geplant

Den Festgenommenen wird vorgeworfen, Anschläge in Italien und anderen Staaten geplant und Extremisten für den Kampf in Afghanistan und Irak rekrutiert zu haben. Einige von ihnen hätten bereits in Bosnien gekämpft und seien in Trainingslagern der Al Kaida in Afghanistan ausgebildet worden, teilte die Mailänder Polizei mit.

Bei den in Turin festgenommenen Männern handelt es sich laut Polizei um mutmaßliche Mitglieder der in Marokko ansässigen militanten Organisation Islamische Kämpfergruppe. Diese wird für die Bombenanschläge in Casablanca im Mai 2003 verantwortlich gemacht und steht vermutlich auch in Verbindung mit Al Kaida.

Den Festgenommenen wird unter anderem auch Geld- und Dokumentenfälschung vorgeworfen. Sie sollen ihre Terroraktivitäten mit Drogenhandel finanziert haben. "Wir hoffen, dass sich Mitarbeiter der Organisation zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschließen. Dies würde uns für die Untersuchung wichtige Informationen geben", hieß es in Mailänder Justizkreisen. (APA/AP)

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