Australien: Chirurg soll über 100 Patienten getötet haben

21. Mai 2005, 19:05
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In den USA wurden Arzt bereits bestimmte chirurgische Eingriffe verboten

Sydney - Nach einem ähnlichen Fall in Großbritannien soll auch in Australien ein "Dr. Death" sein Unwesen getrieben haben. Ein aus Indien stammender Arzt wird verdächtigt, im Staat Queensland mehr als 100 Patienten getötet oder schwer verletzt zu haben. Trotz Disziplinarverfahren in den USA hatte er dort eine Approbation erhalten.

Der Mann arbeitete seit 2003 zunächst als Chirurg und später als Chefarzt der Chirurgie in Queensland. Kürzlich tauchten die ersten Anschuldigungen von Kollegen auf, die ihn mit dem Tod oder schweren Verletzungen von Patienten in Verbindung brachten. Über die Todesursachen wurden keine Angaben gemacht. Der Arzt, den die australischen Medien "Dr. Death" nennen, verließ kurz darauf das Land. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Arztzulassung zurückgegeben

Vor seinem Umzug nach Australien arbeitete der mutmaßliche Arzt zwölf Jahre im US-Bundesstaat Oregon sowie in Krankenhäusern in Rochester und im Staat New York. Im September 2000 schränkten die Gesundheitsbehörden von Oregon seine Zulassung ein und verboten ihm bestimmte chirurgische Eingriffe, unter anderem an Leber und Bauchspeicheldrüse. Er wurde außerdem angewiesen, in komplizierten Fällen eine zweite Meinung einzuholen.

Die Behörden in New York forderten den Chirurgen später auf, seine Zulassung freiwillig zurückzugeben und warfen ihm grobe Fahrlässigkeit in mehreren Fällen vor.(APA)

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