Rauchen: Die Tücke der beigemengten Zusatzstoffe

21. Mai 2005, 19:00
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In einem durchschnittlichen Schmauchwölkchen sind rund 4.800 Stoffe enthalten - mehr als 70 davon als Krebserreger verdächtig

Hamburg - Im Zigarettenrauch sind rund 4.800 Stoffe enthalten. Mehr als 70 davon sind nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Krebs erregend oder stehen zumindest im Verdacht, es zu sein.

Unter den Stoffen im Tabak gilt Nikotin als Auslöser für die Sucht. Es versetzt das zentrale Nervensystem in Erregung und sorgt so für den "Kick". Viele Tabakkonzerne helfen ihm mit Zusatzstoffen noch auf die Sprünge. Zudem mindern Zusatzstoffe den strengen Zigarettengeschmack.

Temperatur als kritischer Faktor

Etliche dieser Stoffe wie Zucker sind auch in Lebensmitteln zugelassen und gelten zunächst als unschädlich. Bei den hohen Temperaturen in der Glutzone von 600 bis 900 Grad wandeln sie sich jedoch in Krebs erzeugende Substanzen um. Zigarettenhersteller fügen dem Tabak nach DKFZ-Angaben bis zu rund 600 Zusätze zu. Dazu zählen: Aromagemische, Gewürze, Kaffee, Honig, Öle, Wachse, Fette, Aminosäuren, Pflanzengummi, Stärke und Mehle.

Ammoniak: Der Stoff wirkt für das Nikotin auf seinem Weg in den Körper wie eine dreispurige Autobahn. Es sorgt dafür, dass mehr Suchtgift als üblich noch schneller in den Blutkreislauf gelangt. Ammoniak macht das Nikotin fettlöslicher. Es kann dadurch besser durch die Gewebeschichten im Körper gleiten. Viele Experten kritisieren, dass Raucher deswegen leichter abhängig werden.

Menthol: Es ist in fast allen Zigaretten enthalten - nicht nur in extra ausgezeichneten Mentholzigaretten. Die Substanz führt zur Verminderung des Schmerzes und mindert den Hustenreiz. Es ermöglicht so schon Kindern ein tieferes Inhalieren des Rauches.

Zucker: Verschiedene Zucker überdecken in Verbindung mit Ammoniak den strengen Tabakgeschmack, so dass das Rauchen angenehmer wird. Bei der Verbrennung der Zucker entstehen zudem Aldehyde. Einige Aldehyde sind Krebs erregend und zerstören zudem die Schleimhaut, durch die dann weitere schädliche Stoffe gelangen können. "Das ist wie eine offene Wunde", erläutert Susanne Schunk vom DKFZ.

Fette, Wachse, Zimtalkohol und weitere Verbindungen: Wie viele andere Zusatzstoffe können sie sich in Krebs erzeugende Substanzen umwandeln. (APA/dpa)

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