Nordkorea: UNO schränkt Lebensmittelhilfen ein

19. Mai 2005, 16:47
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Spenden für bedürftige Region hat stark nachgelassen

Peking - Das Welternährungsprogramm (WFP) muss seine Lebensmittelhilfen für rund 6,5 Millionen Hunger leidende Menschen in Nordkorea stark einschränken. Seit Oktober hätten die Spenden nachgelassen, sagte der Sprecher der WFP-Sektion in Peking, Gerald Bourke, am Mittwoch. Seit April bekommen demnach 1,5 Millionen ältere Menschen, Kinder, Schwangere und stillende Mütter kein Pflanzenöl mehr vom WFP.

Im Mai muss die Hilfsorganisation die Verteilung von Hülsenfrüchten an 1,2 Millionen bedürftige Kinder und Frauen einstellen; ab Juni wird es in vielen Grundschulen des Landes und städtischen Haushalten keine Frühstücksflocken mehr vom WFP geben - betroffen davon sind 2,1 Millionen Menschen.

Im August können laut Bourke dann nur noch 12.000 Kinder in Waisenhäusern und Krankenhäusern mit Getreide versorgt werden. "Die Lage ist sehr ernst. Wir pfeifen aus dem letzten Loch", sagte Bourke. "Seit einigen Jahren müssen wir mehr und mehr solcher Entscheidungen treffen." Es sei sehr schwierig, zwischen einem alten Menschen oder einem Waisenhauskind die Wahl zu treffen, fügte er hinzu.

Das kommunistisch geführte Nordkorea ist seit rund zehn Jahren auf Lebensmittelhilfe für seine Bevölkerung angewiesen. Das Land erholt sich nur langsam von der großen Hungersnot Mitte bis Ende der 90er Jahre, in deren Verlauf bis zu zwei Millionen Menschen starben.(APA)

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