Linz: Aufregung Tiefgaragenbau neben Stadtpfarrkirche

19. Mai 2005, 16:48
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Pfarre befürchtet massive Schäden für das Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert

Linz - In Linz herrscht Aufregung um den Bau einer Tiefgarage in unmittelbarer Nähe der Stadtpfarrkirche. Die Pfarre befürchtet auf Grund der Arbeiten massive Schäden an der teilweise aus dem 12. Jahrhundert stammenden Substanz des Gotteshauses. Der zuständige Stadtrat beruhigt allerdings - es sei bereits ein zusätzliches Betonfundament unter das bestehende eingespritzt worden.

Die viergeschossige Garage soll bis auf fünf Meter an die Kirche herangebaut werden, vorgesehen sei eine Aushubtiefe von 16 Metern, so Herbert Unger, Pfarrassistent der gotischen Stadtpfarrkirche. Die Kirche habe ein sehr seichtes Fundament - an manchen Stellen nur 60 Zentimeter - und stehe auf lockerem Kiesboden. Bereits bei den Vorarbeiten habe es Veränderungen von Sprüngen und Rissen gegeben, mehrere so genannte "Glasspione", die zur Beweisführung angebracht wurden, seien bereits jetzt gerissen, betonte Unger. Zu Christi Himmelfahrt habe sogar ein Teil der Kirche gesperrt werden müssen, weil von der Decke Verputz herunter gerieselt sei. Auch in benachbarten Häusern sei es zu massiven Setzungen und tiefen Rissbildungen gekommen.

Stadtrat Klaus Luger (S) erklärte hingegen, auch unabhängig vom Bau der Tiefgarage hätte die Stadtpfarrkirche in einer "überschaubaren" Zeit durch ein zusätzliches Fundament abgestützt werden müssen. Das Gebäude in der Nähe der Donau habe bereits vor Beginn der Arbeiten Risse aufgewiesen. Im Lauf der Jahrhunderte und wegen des Hochwassers 2002 sei das Erdreich verdrängt worden. Deshalb sei ein zusätzliches Betonfundament eingespritzt worden. Mit diesem so genannten "Unterfangen" sei die erste Hürde genommen worden, ab Juni würden die Außenmauern der Tiefgarage aufgestellt, danach seien die Erschütterungen durch die Bauarbeiten nicht mehr so stark, erklärte Luger.

Für die entstandenen Schäden hafte der Errichter. Es bestehe auf keinen Fall Einsturzgefahr, "das könnte niemand verantworten", unterstrich Luger. Die Ängste, die er "grundsätzlich versteht", seien nach dem Stand der Technik ausräumbar. Zudem werde der Pfarrplatz durch die Tiefgarage mit 240 Stellplätzen von Autos befreit und neu gestaltet. Geplante Fertigstellung der Garage sei im Jahr 2007.(APA)

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