Italiens Justiz ermittelt: Handel mit afrikanischen Fußballern

19. Mai 2005, 16:48
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Norditalienische Klubs werden verdächtigt minderjährige Spieler zu rekrutieren

Rom - Die Justiz der norditalienischen Stadt Padua vermutet einen Handel minderjähriger Fußballer aus Dritt-Welt-Ländern, die illegal nach Italien gebracht werden.

In den vergangenen Tagen waren sechs junge Afrikaner am Bahnhof von Padua entdeckt worden, die angeblich von Fußball-Managern rekrutiert worden seien, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Il Giornale". Keiner der Zuständigen, der ihnen einen Platz in einer venezianischen Mannschaft versprochen hat, hatte sie jedoch am Bahnhof abgeholt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Jugendliche durch skrupellose Manager, die in Afrika und Lateinamerika aber auch in Australien auf der Suche nach potenziellen Stars sind, nach Italien gebracht werden. Die Familien der Jugendlichen sollen für die Reise nach Italien teuer zahlen. Dort werden viele jedoch sich selbst überlassen, wenn sie sich nicht schnell als talentierte Spieler erweisen, vermuten die Ermittler. Die Staatsanwaltschaft von Padua will überprüfen, ob hinter dem illegalen Handel nicht auch italienische Fußballklubs stecken, berichtete die Tageszeitung. (APA)

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