Tätowierungen: Imagewandel und globale Verbreitung

23. Mai 2005, 19:49
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Beliebtheit von Tattoos explodiert gerade in der Mittelschicht, die sie einst verpönte - mit Umfrage

Wien - Einst verpönt und in Zusammenhang mit Kriminalität gebracht, hat die Kunstform des Tätowierens in den letzten Jahrzehnten und besonders in den 90er Jahren einen Imagewandel und eine Verbreitung geschafft, die zuvor undenkbar gewesen wäre. Und es ist gerade jener Teil der Bevölkerung, der sie früher am stärksten ablehnte, der nun zu ihrem bereitwilligsten Träger geworden ist: die Mittelschicht. - Ein langer Weg wurde gegangen, seit Adolf Loos vor knapp 100 Jahren wetterte: "Der moderne mensch, der sich tätowiert, ist ein verbrecher oder ein degenerierter."

In einem Vortrag am Wiener Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) widmet sich Erhard Schüttpelz, wissenschaftlicher Koordinator der Forschungsstelle "Kulturtheorie und Theorie des politischen Imaginären" an der Universität Konstanz, dieser Erfolgsgeschichte. Die Tätowierung wird im Spiegel der Zeit betrachtet: Von der ersten Welle ihrer globalen Verbreitung in Zusammenhang mit der Entdeckung der polynesischen Kultur(en) über den "Klassifizierungskampf zwischen tätowierten und nicht-tätowierten Bevölkerungen im Westen zwischen 1850 und 1960" bis zur phänomenalen Renaissance der jüngsten Vergangenheit.
(red)

"Die Globalisierung der Tätowierung:" Vortrag von Erhard Schüttpelz am 23. Mai ab 18 Uhr im IFK, Reichsratsstraße 17 1010 Wien

Tel. 01 504 11 26

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