Protestaktion auf OMV-Gelände

24. Mai 2005, 15:52
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Global 2000 erinnert Ölkonzern an ausstehenden Rückzug aus Projekt, das ecuadorianischen Regenwald zerstört - Entschädigungen gefordert

Schwechat - Eine Protestaktion von Global 2000 auf einem Großtank am OMV-Gelände in Schwechat ist kurz nach Mittag friedlich zu Ende gegangen. Die Umweltaktivisten hatten in den Vormittagsstunden ein 180 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift "Stopp Regenwaldzerstörung" entrollt.

Fünf Mitglieder von Global 2000 waren auf das Dach des Tanks geklettert, weitere drei seilten sich - gesichert von einem Feuerwehrmann - ab. Die Umweltschützer wollten mit dieser Aktion gegen das Engagement der OMV in Ecuador protestieren.

Forderung nach Entschädigungen

"Wir fordern, dass sich die OMV aus dem naturzerstörerischen Projekt der Ölförderung im ecuadorianischen Regenwald zurückzieht und Entschädigungen zahlt. Die Aktionäre der OMV sollen wissen, dass ihre Dividende auf Kosten des Regenwaldes und der Lebensgrundlage der Bevölkerung in Ecuador erzielt wird", begründete Karl Schellmann, Klimaschutzexperte von Global 2000 die Aktion.

Schon im Herbst 2003 habe die OMV laut Global 2000 angekündigt, sich aus Umweltschutzgründen aus dem umstrittenen Projekt zurückzuziehen. Diese Aussagen der OMV-Manager seien nun "völlig unglaubwürdig" geworden.

Hintergrund

Seit 2002 habe sich die Situation im Regenwald Ecuadors zugespitzt. Jetzt werde die Ölförderung sogar auf den Yasuni-Nationalpark ausgeweitet. Damit würden internationale Schutzbestimmungen "mit Füßen getreten", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. "Die Zerstörung des komplexen und extrem vernetzten Ökosystems Regenwald für skrupellose Ölförderung frisst sich immer tiefer in die noch unberührten Regenwaldgebiete hinein. Grundlage für diese Entwicklung sind Straßenbau und Pipelines, an denen auch die OMV beteiligt ist", so Schellmann.

Nach Angaben von Global 2000 wurden durch die Ölförderung in Ecuador in den vergangenen 30 Jahren geschätzte 70 Millionen Kubikmeter Öl und Chemikalien im Urwaldboden versickert und haben die Wasserläufe der Flüsse verseucht: 40 Prozent des Regenwaldes des Landes seien durch Ölförderung und Bergbau schon völlig zerstört. Ecuador ist trotz 30 Jahren Ölförderung "völlig verarmt und hoch verschuldet". Ölförderung, Straßenbau und wilde Besiedelung würden die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung sowie uralte Kulturen vernichten. In den Erdölfördergebieten würden Krankheiten wie Kehlkopf-, Leber- und Darmkrebs sowie Hautkrankheiten drastisch zunehmen. (APA)

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