ÖAMTC befragte Kinder zum Straßenverkehr

18. Mai 2005, 21:59
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Der Schulweg macht Kindern Spaß, weil sie hier ihre Selbstständigkeit beweisen können. Ängste haben sie vor Betrunkenen

Wien - "Wenn ich Verkehrsminister wäre, gäbe es bei unserer Schule eine Ampel, weil die Autos fahren einfach über den Zebrastreifen drüber." Simpel und für jedermann einsichtig sind die Ergebnisse der ÖAMTC-Kindermobilitätsstudie, die am Mittwoch in Wien präsentiert wurde. Alle zwei Stunden verunglückt laut ÖAMTC ein Kind auf Österreichs Straßen und der Trend geht seit Jahren nur leicht zurück.

Handlungsbedarf

Die Studie zeige deutlich, wo Handlungsbedarf besteht, so ÖAMTC- Verkehrspsychologin Dora Donosa. Auch der Club werde sich an diesen Ergebnissen orientieren und anhand von Aussagen der Volksschulkinder samt Eltern Maßnahmenpakete erarbeiten. Dabei geht es um konkrete Sicherheitsvorkehrungen, wie zum Beispiel den verstärkten Einsatz von Schülerlotsen und die Beseitigung von Gefahrenstellen auf dem Schulweg. Es wird aber auch auf verstärkte Bewusstseinsbildung bei Erwachsenen und Kindern gesetzt, wie zum Beispiel bei der Vorbildwirkung durch Großen an roten Ampeln oder beim Anschnallen oder bei der richtigen Kindersicherung im Auto.

Der Schulweg macht Kindern Spaß, weil sie hier ihre Selbstständigkeit beweisen können. Ängste haben sie hier vor allem vor Übergriffen von größeren Kindern, Betrunkenen, Entführern oder Menschen, "die gemein aussehen", heißt es im Studienbericht. Hier brauchen Kinder mehr Training der sozialen Fähigkeiten, um Konflikte zu vermeiden oder zu lösen, meint Donosa.

Verinnerlichte Verhaltensweisen

Dahingegen wissen Kinder sehr gut, worauf sie als Fußgänger achten müssen. "Die am stärksten verinnerlichte Verhaltensweise ist das Schauen nach links und rechts bevor eine Straße überquert wird", so Donosa. In öffentlichen Verkehrsmitteln haben die kleinen Verkehrsteilnehmer Angst vor Gedränge und kennen die Gefahr, bei den Türen hängen zu bleiben oder in den Spalt zwischen U-Bahn-Zug und Bahnsteig zu fallen. Im Auto wissen die Sprösslinge laut Donosa, dass "in die Rückenlehne treten oder den Fahrer stören" tabu ist.(APA)

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