Weniger Feinstaub dank neuer Wohnbauförderung?

31. Mai 2005, 18:58
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Eine Änderung der Wohnbauförderungsrichtlinien soll nun dazu beitragen, dass die Schadstoffbelastung in Salzburg verringert wird.

Die immer wieder thematisierte Feinstaubproblematik wirkt sich nun auch auf die Richtlinien für Wohnbauförderung in Salzburg aus."Die Haushalte stellen derzeit eine wesentliche Emissionsquelle dar, beispielsweise durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl oder Kohle für Heizung und Warmwasser", betont Wohnbaureferent Landesrat Walter Blachfellner. Die neue Wohnbauförderung soll einen Anreiz zum Energiesparen geben.

Kyoto-Protokoll zwingt zu Maßnahmen

Ein wesentlicher Grund für das vermehrte Umweltdenken sind die Zielvorgaben des Kyoto-Protokolles: Demnach sollen alle EU-Mitgliedsstaaten ihren Treibhausgasausstoß enorm verringern. Bis 2012 sollten die Länder mindestens 8 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen. Österreich hat sich sogar verpflichtet, diese Emissionen um 13 Prozent zu vermindern.

Weg von Kohle- und Ölheizungen

Seit 1993 ist der jährliche spezifische Heizwärmebedarf im geförderten Wohnungsneubau um mehr als die Hälfte gesunken. "Dank der Förderung von energieökologischen Maßnahmen sparen wir in Salzburg jedes Jahr CO2-Emissionen von 36.400 Tonnen ein", erklärt Blachfellner. Nun soll die Sanierungsförderung von 20 Millionen Euro auf 25 Millionen erhöht werden. Ziel ist die Umstellung von Kohle- und Ölheizungen auf CO2-arme Heizsysteme.
Große Wirkung erhofft sich der Wohnbaureferent von der geplanten Reduzierung der bisherigen Förderung von Ölheizungen: "Bisher wurde der Austausch eines bestehenden Zentralheizungskessels durch einen Ölkessel mit rückzahlbaren Darlehen in der Höhe von bis zu 4.400 Euro bei Eigenheimen gefördert. Hier fahren wir die Förderungssätze deutlich runter und zwar auf 2.900 Euro." Dazu wird eine Ölheizung nur noch in Verbindung mit dem Einsatz von Brennwerttechnik finanziell unterstützt.

Viele zusätzliche Förderungen

In Zukunft wird es im geförderten Wohnungsneubau nun auch Zuschlagspunkte für die Nutzung passiver Solarenergie geben. Solche Passivhäuser zeichnen sich dadurch aus, dass sie nach der Sonne ausgerichtet sind. Dadurch wandeln sie die Sonneneinstrahlung direkt in Heizwärme um. Neu ist auch die Förderung von kontrollierter Wohnraumlüftung mit Abluftanlagen.
Mehr Zuschlagspunkte gibt es bald auch für die Verwendung von ökologisch höherwertigen Baustoffen und für Wohnraumlüftung mittels Wärmerückgewinnung. Beim Umstieg von fossilen Energieträgern auf Biomasse- bzw. Abwärmenutzung werden die Zuschlagspunkte verdoppelt.

Abbau bürokratischer Hürden

Die bisher übliche Wartezeit von zehn Jahren auf eine nochmalige Inanspruchnahme der Sanierungsförderung soll künftig wegfallen. Dazu wird auch die Durchführung von mehreren Sanierungsmaßnahmen in einem Paket unterstützt werden.
Sämtliche Erneuerungen der Wohnbauförderung könnten noch im Herbst dieses Jahres in Kraft treten. (clar)

Alle Beiträge der Salzburg-Seiten von derStandard.at werden von Teilnehmern der Online-Lehrredaktion der Abteilung Journalistik an der Uni Salzburg in eigener Verantwortung erstellt
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