Dreimal die Fläche Deutschlands gerodet

25. Mai 2005, 21:05
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UN-Bericht: Die Erde hat in den 90er Jahren große Verluste an Waldflächen erlitten - NGOs beziffern Verluste noch höher

New York - Die Erde ist nach einem neuen UN-Bericht in den 1990er Jahren um knapp eine Million Quadratkilometer Wald ärmer geworden - eine Fläche fast drei Mal so groß wie Deutschland. UN-Generalsekretär Kofi Annan warnt in der Bestandsaufnahme, dass die Zerstörung der Wälder - trotz erheblicher Fortschritte in manchen Regionen - global gesehen alarmierend voranschreite.

Die größten Verluste verzeichnet der Bericht in den Tropen. In den nicht tropischen Regionen, darunter auch Europa, hätten sich die Waldgebiete im vergangenen Jahrzehnt sowohl auf natürliche Weise als auch durch Aufforstung kräftig ausgedehnt, berichten die Vereinten Nationen.

Aufforstungen machen Verluste nicht wett

Dem UN-Bericht zufolge stand der Verlustrate von 14,6 Millionen Hektar pro Jahr in den 1990ern ein Zuwachs von jeweils 5,2 Millionen Hektar durch Aufforstung gegenüber. Daraus ergibt sich unter dem Strich ein Minus von 9,4 Millionen Hektar im Jahr, heißt es in dem Bericht. Er soll einer bevorstehenden Konferenz von Ministern und anderen Regierungsvertretern in New York als Grundlage zur Beratung und Planung dienen. Zu der fünften Sitzung des UN-Waldforums (UNFF 5) vom 16. bis 27. Mai werden mehr als 300 Teilnehmer aus aller Welt am UN-Hauptsitz erwartet.

Allerdings sind die Zahlen der Vereinten Nationen nicht unumstritten. Der World Wide Fund for Nature (WWF) und das World Resources Institute (WRI) waren beim Nachrechnen von Angaben für 1999 zu dem Schluss gekommen, dass das Waldsterben jährlich fast zwei Millionen Hektar mehr betrifft als von den UN kalkuliert.(APA/dpa)

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