Lissner plant "europäischen Wind" für die Scala

18. Mai 2005, 11:59
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Intendant für Partnerschaften mit anderen Bühnen

Mailand - Der neue Scala-Intendant, Stephane Lissner, will an Partnerschaften mit prestigereichen ausländischen Theatern arbeiten. "Ich arbeite bereits in diese Richtung, auch mit dem Metropolitan in New York. Die Scala muss sich öffnen, europäischer Wind muss in das Theater hineinwehen und umgekehrt", betonte Lissner im Interview mit der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore".

"Zugleich werde ich italienische Künstler aufrufen, mit uns zusammenzuarbeiten. Die Scala muss mindestens alle zwei Jahre eine neue Oper vorstellen können, die italienischen Komponisten beauftragt werden", sagte Lissner, der auch Musikdirektor der Wiener Festwochen und Leiter des Musikfestivals von Aix-en-Provence ist.

Organigramm in Arbeit

Der seit zwei Wochen amtierende Intendant will Mitte Juni das neue Organigramm mit den Leitern der verschiedenen Abteilungen des Theaters vorstellen. Am 19. Juli wird er das Programm für die kommende Saison präsentieren.

"Wir müssen sparen, aber auch Qualität garantieren. Das Problem ist das richtige Gleichgewicht zwischen den wirtschaftlichen Bedürfnissen und der Qualität zu finden. Wenn man Qualität garantiert, findet man auch mehr Geld. Auf diese Weise habe ich, mehr als andere, öffentliche und private Finanzierungen erhalten", betonte Lissner.

Entspannung an der Finanzfront

Im Kampf gegen das Defizit, das das Mailänder Opernhaus belastet, kann Lissner durchatmen. Die privaten Gründer der Scala-Stiftung gewährte dem Opernhaus eine Finanzspritze von zehn Millionen Euro zur Eindämmung des Defizits 2005, das bis Jahresende voraussichtlich 15,6 Millionen Euro betragen wird, berichtete "Sole 24 Ore".

Die Finanzspritze wurde von prominenten Gesellschaften wie der TV-Gruppe Mediaset unter Kontrolle des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und dem Mailänder Reifenhersteller Pirelli gewährt. (APA)

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