Umweltaktivisten besetzten OMV-Großtank in Schwechat

18. Mai 2005, 21:40
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180 Quadratmeter Banner montiert: "OMV raus aus dem Regenwald Ecuadors"

Schwechat - Aktivisten der Umweltschutzorganisation Global 2000 haben am Mittwoch einen Großtank der OMV-Raffinerie in Schwechat besetzt. In den frühen Vormittagsstunden wurde ein rund 180 Quadratmeter großes Banner montiert, dass den Stopp der Regenwaldzerstörung fordert. Konkret geht es den Umweltschützern um das Engagement des Konzerns in Ecuador.

Auf Kosten des Regenwaldes

"Wir fordern, dass sich die OMV aus dem naturzerstörerischen Projekt der Ölförderung im ecuadorianischen Regenwald zurückzieht und Entschädigungen zahlt. Die Aktionäre der OMV sollen wissen, dass ihre Dividende auf Kosten des Regenwaldes und der Lebensgrundlage der Bevölkerung in Ecuador erzielt wird", begründete Karl Schellmann, Klimaschutzexperte von Global 2000 die Aktion.

Ölförderung im Yasuni-Nationalpark

Seit 2002 habe sich die Situation im Regenwald Ecuadors zugespitzt. Jetzt werde die Ölförderung sogar auf den Yasuni-Nationalpark ausgeweitet. Damit würden internationale Schutzbestimmungen "mit Füßen getreten", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. "Die Zerstörung des komplexen und extrem vernetzten Ökosystems Regenwald für skrupellose Ölförderung frisst sich immer tiefer in die noch unberührten Regenwaldgebiete hinein. Grundlage für diese Entwicklung sind Straßenbau und Pipelines, an denen auch die OMV beteiligt ist", so Schellmann.

Schon im Herbst 2003 habe die OMV laut Global 2000 angekündigt, sich aus Umweltschutzgründen aus dem umstrittenen Projekt zurückzuziehen. Diese Aussagen der OMV-Manager seien nun "völlig unglaubwürdig" geworden.

Nach Angaben von Global 2000 wurden durch die Ölförderung in Ecuador in den vergangenen 30 Jahren geschätzte 70 Millionen Kubikmeter Öl und Chemikalien im Urwaldboden versickert und haben die Wasserläufe der Flüsse verseucht: 40 Prozent des Regenwaldes des Landes seien durch Ölförderung und Bergbau schon völlig zerstört. Ecuador ist trotz 30 Jahren Ölförderung "völlig verarmt und hoch verschuldet". Ölförderung, Straßenbau und wilde Besiedelung würden die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung sowie uralte Kulturen vernichten. In den Erdölfördergebieten würden Krankheiten wie Kehlkopf-, Leber- und Darmkrebs sowie Hautkrankheiten drastisch zunehmen.(APA)

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    Umweltaktivisten protestieren mit Slogans gegen Straßenbau und Pipelines durch den Regenwald

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