Pensionen: Mazal dementiert Verzichtsforderung in Richtung Senioren

19. Mai 2005, 14:27
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"Die heutige Pensionistengeneration zu belasten wäre in der Tat ebenso falsch wie reduzierte Pensionsbeiträge für jüngere Menschen zu fordern!"

Wien - Der Arbeitsrechtler Wolfgang Mazal dementiert, bei einem Pensions-Symposium in Rom gesagt zu haben, dass er ältere Menschen zum Verzicht auf so genannte wohl erworbene Rechte auffordert, um eine Revolte der Jungen zu vermeiden. Diesbezügliche Medienberichte hatten zuletzt einen heftigen Protest des ÖVP-Seniorenbundes ausgelöst.

Mazal gegenüber der APA: "Angesichts der demographischen Entwicklung die heutige Pensionistengeneration zu belasten wäre in der Tat ebenso falsch wie reduzierte Pensionsbeiträge für jüngere Menschen zu fordern!" Im Pensions-Symposium habe er primär über Auswirkungen der Alterung der Gesellschaft referiert und darauf hingewiesen, dass sich mittelfristig das Verhältnis von Erwerbstätigen zu nicht Erwerbstätigen verschlechtern werde.

Er habe betont, es sei wichtig, dieses Thema rechtzeitig zu diskutieren, "damit sich die Menschen langfristig auf Veränderungen einstellen können". In diesem Zusammenhang habe er die Pensionsreform 2003 als gelungenes Beispiel genannt. Würde man nicht in dieser Weise "verantwortungsvoll Langfristpolitik betreiben, sondern kurzsichtig auf die Unveränderlichkeit 'wohlerworbener Rechte' pochen", dann bestehe die Gefahr, "dass längerfristig ein Generationenkonflikt mit dramatischen Konsequenzen bis hin zu Einschnitten im Gesundheitswesen" drohe. "Gerade um eine menschenunwürdige Euthanasiedebatte zu vermeiden, ist es daher geboten, die Bevölkerung langfristig auf Veränderungen in der Aktivphase vorzubereiten", so Mazal.

Unverständlich sei es, in diesen Ausführungen eine Forderung nach einer Beitragssenkung für jüngere Menschen oder eine Aufforderung an Pensionisten zu sehen, auf "wohlerworbene Rechte" zu verzichten. Mazal: Man solle die politische Debatte "mit der gebotenen Seriosität" führen "und nicht in verantwortungsloser Weise Zwietracht säen". (APA)

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