Flugverbot für Onur Air bleibt

18. Mai 2005, 21:59
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Fluglinie kündigte Sofortprogramm an - Türkei rechnet mit baldiger Aufhebung des Flugverbots

Istanbul - Das Flugverbot gegen die türkische Fluggesellschaft Onur Air in Deutschland bleibt auch nach neuerlichen Beratungen vorerst bestehen. Das Unternehmen kündigte nach Angaben des deutschen Verkehrsministeriums am Dienstag allerdings ein Sofortprogramm an, um Sicherheitsmängel kurzfristig zu beheben. Die Türkei rechnet mit einer baldigen Aufhebung der Flugverbote für die Chartergesellschaft Onur Air. Bis zum kommenden Montag erwarte er "wichtige Entwicklungen" und eine Lösung der Probleme, sagte Verkehrsminister Binali Yildirim nach türkischen Presseberichten vom Mittwoch.

Keine Landeerlaubnis

Große Hoffnungen setzte die türkische Seite in Gespräche deutscher, niederländischer und türkischer Experten am Mittwoch in Istanbul. Ein erstes Treffen am Montag in den Niederlanden hatte keine Ergebnisse erbracht; auch Kontakte zwischen deutschen und türkischen Fachleuten am Dienstag änderten nichts am Flugverbot für Onur. Die Maschinen der Fluglinie dürfen derzeit aus Sicherheitsgründen in den Niederlanden, in Deutschland, in Frankreich und in der Schweiz nicht landen. Die Türkei kritisiert das Flugverbot als ungerecht.

Onur Air hat nach eigenen Angaben durch die Flugverbote in den vergangenen Tagen einen Schaden von mehreren Millionen Euro erlitten.

"Harte Entscheidung"

Nach einem Bericht der Zeitung "Vatan" bezeichnete Verkehrsminister Yildirim die Flugverbote als "harte Entscheidung". International üblich sei es, bei technischen Problemen das betroffene Flugzeug mit einem Landeverbot zu belegen, aber nicht gleich die gesamte Flotte, wie das bei Onur Air geschehen sei. Die türkische Presse berichtete, Yildirim habe einen Vorschlag der niederländischen Regierung abgelehnt, bis zum Ende des einmonatigen Flugverbots die Onur-Passagiere durch niederländische Fluggesellschaften befördern zu lassen. Derzeit fliegen Onur-Passagiere vor allem mit türkischen Maschinen der staatlichen Gesellschaft Turkish Airlines sowie mit Flugzeugen der privaten Fluglinien Fly Air und Atlas Jet.(APA)

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