Neue Verhaftungswelle gegen Moslembrüder vor Referendum

26. Mai 2005, 19:23
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Oppositionsparteien gegen Teilnahme an Referendum über Reform der Präsidentenwahl

Kairo - Drei Tage vor dem umstrittenen Verfassungsreferendum in Ägypten haben die Sicherheitskräfte erneut 25 Mitglieder der Moslembruderschaft festgenommen. Wie die Organisation am Sonntag mitteilte, führte die Polizei auch den Generalsekretär der offiziell verbotenen Bruderschaft, Mahmud Ezzat, ab. Die Moslembrüder hatten gemeinsam mit drei Oppositionsparteien zum Boykott des Referendums aufgerufen. Die Ägypter sollen am kommenden Mittwoch darüber abstimmen, ob der Präsident künftig gewählt werden soll.

Bislang musste sich Husni Mubarak, der seit 24 Jahren Staatsoberhaupt Ägyptens ist, lediglich alle sechs Jahre per Referendum im Amt bestätigen lassen. Die Regimekritiker bemängeln jedoch, die in dem Verfassungsentwurf vorgesehenen Bedingungen für eine Kandidatur verhinderten einen Machtwechsel.

Vor einigen Tagen hatten die Muslimbrüder erklärt, 700 ihrer Mitglieder seien in den vergangenen Wochen festgenommen worden. Hamdi Hassan, ein unabhängiger Parlamentarier, der den Muslimbrüdern nahe steht, protestierte am Sonntag gegen eine Bemerkung von Ministerpräsident Ahmed Nasif bei dessen jüngstem Besuch in Washington. Nasif habe behauptet, die Ägypter seien noch nicht reif für eine perfekte Demokratie. Dies sei eine Beleidigung für das ägyptische Volk, sagte der Abgeordnete. (APA/dpa)

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