Reich und Blöd

8. Juli 2005, 11:37
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Tarek Leitner fand sehr persönliche und nicht die falschesten Worte für die Schlagzeilen machende Europarallye "Gumball 3000"

Tarek Leitner fand in der "ZiB1" am Dienstag sehr persönliche und nicht die falschesten Worte für die gerade Schlagzeilen machende Europarallye von Reich und Blöd, als er die Arroganz anprangerte, mit der hier ein paar von ihrer Freizeit offenbar unterforderte Geldsäcke quer durch Europa düsen.

Immerhin geht es bei "Gumball 3000" um nichts. Genauer: Der Sieger des Rennens, das in London begann und am kommenden Freitag in Monaco enden wird, bekommt angeblich 3000 Euro, was bestenfalls einen Satz neuer Vorderreifen für den Porsche bedeutet – oder eben die zu berappende Summe für Strafmandate etwas auffängt. Aber Geld ist ja kein Thema, denn ohne könnte man sich das ja nicht erlauben.

In einem Interview mit einem Teilnehmer, den man sich optisch als Hamburgerfriedhof mit Klobrillenbart vorstellen kann, dem eine Baseballkappe das möglicherweise vorhandene Resthirn zusammenhielt, meinte dieser auf die Sinnfrage dann auch: "Nothing. It’s just fun and trying not to get caught by the cops." (Dass die Antwort auf Englisch ausfiel, hatte in dem Fall nichts mit Bildung, sondern lediglich mit Herkunft zu tun.)

Und auch wenn es möglicherweise nach verbittertem, unlustigem und natürlich von Neid nur so zerfressenem Lohnschreiber klingt – mir doch egal –, muss man sich doch auch fragen, welche niedrigen Instinkte erst die rund 10.000 Besucher zu diesem "Boxenstopp" in die Wiener Innenstadt getrieben haben. Die Denkkringeln allesamt schon vom Feinstaub angeknabbert? (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 18.5.2005)

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