Kontroverse um angebliche Werke von Jackson Pollock

24. Mai 2005, 13:17
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32 bisher unbekannte Bilder waren im Nachlass gefunden worden - Pollock-Krasner-Foundation geht auf Distanz

New York - Der Fund von 32 bisher unbekannten Bildern, die der US-Künstler Jackson Pollock (1912-1956) zwischen 1946 und 1949 geschaffen haben soll, hat Kontroversen über deren Authentizität ausgelöst. Der Filmemacher Alex Matter fand die Arbeiten eigenen Angaben zufolge vor zwei Jahren im Nachlass seiner Eltern. Doch nur drei der 32 Bilder sind mit den Initialien JP gezeichnet.

Die Kunsthistorikerin und Pollock-Expertin Ellen Landau sieht alle 32 Arbeiten als echt an. Dagegen ist eine Stiftung im Namen von Pollock und seiner Frau Lee Krasner (Pollock-Krasner-Foundation) auf Distanz gegangen, wie US-Medien berichteten. Fest steht, dass Pollock bis zu seinem Tod 1956 eng mit der Familie des Finders befreundet war: Matters Mutter Mercedes arbeitete ebenfalls als abstrakte Künstlerin, sein Vater Herbert als Fotograf.

Ausstellung

Drei der neu entdeckten Werke sind derzeit in der Mark Borghi Galerie in Manhattan zu sehen. Für 2006, Pollocks 50. Todesjahr, plant Matter eine internationale Museumstour mit allen 32 Arbeiten. An ihren Verkauf denkt er nicht. Er wolle die Pollocks zwar für Kunsthistoriker zugänglich machen, sie aber im Familienbesitz behalten, ließ Matter wissen. Im Frühjahr 2004 hatte ein Gemälde von Pollock bei einer Auktion in New York 11,6 Millionen Dollar (9,19 Mio. Euro) eingebracht.

Die neuen Arbeiten stammen der Expertin Landau zufolge aus einer Zeit, in der Pollock noch wenig bekannt war. Der legendäre Mitbegründer des Action Painting hatte 1946 begonnen, den Pinsel beiseite zu legen und die Farben auf die Leinwand zu spritzen oder zu gießen. Nach Angaben von Matter entstanden die bisher unbekannten Werke in einem Studio seines Vaters Herbert in Manhattan und wurden nach Pollocks tödlichem Autounfall in East Hampton in braunes Packpapier eingeschlagen in dem Lagerhaus aufbewahrt. (APA/dpa)

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