Ideen aller Art gesucht

23. Mai 2005, 11:40
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RIZ und Seibersdorf entwickelten Onlineplattform

"Viele gute Ideen entstehen fast zufällig, in der Kaffeepause oder zwischen irgendwelchen Meetings. Leider bleibt es viel zu oft beim Kantinengespräch und die Idee wird nicht weiterverfolgt", sagt Manfred Bammer von den Austrian Research Centers in Seibersdorf (ARCS). Um dieses innovative Potenzial in Zukunft besser ausschöpfen zu können, wurde am Technopol Wiener Neustadt das Projekt "Ideenraum - Freiheit für innovative Ideen" gestartet. Von den Regionalen Innovationszentren (RIZ) in Kooperation mit Seibersdorf entwickelt, können über eine Onlineplattform Ideen aller Art diskutiert, weiterentwickelt und auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft werden.

"Jeder Mitarbeiter der teilnehmenden Firmen hat Zugang zu dieser Plattform", erläutert Bammer, "und kann selbst entscheiden, ob und wann er seine Idee für andere zugänglich macht." Wer einen Innovationsvorschlag in den Ideenraum einbringt, kann ihn zunächst für die Kollegen aus dem eigenen Unternehmen sichtbar machen und zur Diskussion stellen. Nach Rücksprache mit der Firmenleitung kann jede einzelne Idee dann auch für alle anderen am Projekt beteiligten Unternehmen freigeschaltet werden. "Da entstehen natürlich enorme Synergieeffekte: die Idee wird von vielen verschiedenen Seiten betrachtet, mögliche Probleme werden diskutiert, Verbesserungsvorschläge eingebracht", erklärt der ARC-Bereichsleiter den Nutzen für die Unternehmen. In weiterer Folge werden die entstandenen Ideen von einer Jury, die sich aus Experten der verschiedensten Fachrichtungen zusammensetzt, auf Umsetzbarkeit geprüft und ihr wirtschaftliches Potenzial bewertet. Rechtliche Probleme gebe es dabei keine: "Das ist vertraglich vollkommen abgesichert. Außerdem ist der ,Ideenraum' ja auch ein optimales Dokumentationsmittel - über die Urheberschaft kann es also keinerlei Unklarheiten geben."

Finanziert wird das mit 60.000 Euro budgetierte Projekt zur Gänze mit Fördermitteln des Landes Niederösterreich und der EU - für die Unternehmen entstehen dabei keinerlei Kosten. Ein Grund mehr, warum Manfred Bammer mit einer Vergrößerung der "Ideenraum"-Community rechnet: "Derzeit sind knapp 30 Firmen an dem Projekt beteiligt. Ich sehe schon noch Potenzial für ein bis zwei Dutzend weitere." Seit Jahresbeginn wurden rund hundert Innovationsvorschläge in den Ideenraum eingebracht, etwa 20 werden bereits auf Technopol-Ebene diskutiert. Bis Ende 2005 soll diese Zahl auf bis zu 30 erhöht werden. Auch betreffend der konkreten Umsetzung ist Bammer optimistisch: "Für eine oder zwei der so gewachsenen Ideen wollen wir noch heuer einen Business-Plan erstellen." (ansl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17. 5. 2005)

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