Mobilkom will 51 oder 100 Prozent an serbischer Mobtel

19. Mai 2005, 14:51
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Züricher Schiedsgericht entscheidet über bisherige Eigentumsverhältnisse bis Juni: Serbiens Finanzminister schließt Anspruch auf 100 Prozent der Mobtel nicht aus

Die börsennotierte Telekom Austria-Gruppe strebt mit ihrer Mobilfunktochter Mobilkom Austria eine mehrheitliche oder eine komplette Übernahme der serbischen Mobtel an - auch nach dem Einstieg eines österreichischen Konsortiums um die Industriellen Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt. "Wir wollen entweder 51 Prozent oder 100 Prozent. Darunter oder dazwischen gibt es nichts", erfuhr die APA am Dienstag aus hochrangigen Konzernkreisen.

Unklar

Derzeit ist noch unklar, ob im Augenblick der serbische Staat oder Schlaff, Taus und Cordt die Mehrheit an der Mobtel halten. Entscheiden soll das jetzt ein außergerichtliches Schiedsgericht in Zürich, bestätigte Serbiens Finanzminister Mladjan Dinkic am Dienstag in einem Interview mit dem Belgrader Radiosender B92. Eine Einigung wird bis Juni angepeilt. Auch in der Telekom Austria-Gruppe geht man von einer endgültige Klärung der Eigentumsverhältnisse "in den nächsten Monaten" aus.

Vergangene Woche hatte Karic BK Trade an Schlaff, Taus und Cordt verkauft

Finanzminister Dinkic erklärte im Interview, dass dem serbischen Staat im Rahmen des Schiedsgerichtsverfahren sogar 100 Prozent der Mobtel zugesprochen werden könnten, wenn ihm das Recht zur Auszahlung des früheren privaten Miteigentümers eingeräumt werden sollte. Privater Miteigentümer war über die Beteiligungsfirma BK Trade bis vergangene Woche der serbische Unternehmer Bogoljub Karic. Vergangene Woche hatte Karic BK Trade an Schlaff, Taus und Cordt verkauft.

Bisher hat der serbische Staat über seine Postgesellschaft PTT zumindest 58 Prozent der Mobtel für sich beansprucht. Die österreichische Regierung hatte dagegen vergangene Woche öffentlich erklärt, dass Schlaff, Taus und Cordt über BK Trade bereits 51 Prozent an der Mobtel halten würden.

Sobald die Eigentümerfrage geklärt ist, will die serbische Regierung ihre Anteile zum Verkauf ausschreiben - auch wenn dafür angesichts eines aktuellen Budgetüberschusses keine Eile bestehe. "Wir brauchen derzeit keine Privatisierungserlöse, nachdem wird das Geld auf Grund von Vereinbarungen mit dem internationalen Währungsfonds ohnehin nicht ausgeben können", betonte Finanzminister Dinkic.

Gute Chancen

Die Telekom Austria (TA) rechnet sich bei einer Ausschreibung der staatlichen Mobtel-Anteile gute Chancen für einen Zuschlag aus. Sollten jedoch die privaten österreichischen Mobtel-Investoren vor dem Zürcher Schiedsgericht Recht bekommen, müsste die TA von Schlaff und Co zumindest zusätzlich 2 Prozent erwerben, um die Mehrheit der Mobtel zu bekommen. Grundsätzlich wären der Telekom Austria aber ohnehin eine hundertprozentige Übernahme der Mobtel lieber, hieß es aus den Unternehmenskreisen - auch wenn eine Syndizierung der Beteiligung mit Schlaff, Taus und Cordt zuletzt nicht ausgeschlossen wurde.(APA9

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