Deutschland will neue UMTS-Frequenzen verkaufen

23. Mai 2005, 10:09
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Auktion aber unwahrscheinlich - Frequenzen sollen weiterem UMTS-Netzausbau dienen

Die deutsche Telekom-Regulierungsbehörde will neue Frequenzen an Mobilfunkbetreiber für den Ausbau ihrer UMTS-Technologie vergeben. "Wir erarbeiten für die Mobilfunk-Frequenzen ein neues Gesamtkonzept", sagte der Präsident der Bonner Behörde, Matthias Kurth, der "Welt".

Ungenutzte UMTS-Frequenzen

Zum einen sollen die vier Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 dem Bericht zufolge von den Konkurrenten Mobilcom und Quam ungenutzte UMTS-Frequenzen erhalten. Zum anderen sollen die Unternehmen Frequenzen aus dem so genannten UMTS-Erweiterungsband erhalten, das bis Ende 2007 allerdings noch zum Großteil belegt sei.

Während die Netzbetreiber bei der UMTS-Auktion im Jahr 2000 jeweils 8,4 Mrd. Euro für ihre Lizenzen zahlen mussten, deute sich diesmal eine andere Lösung an. "Eine Versteigerung ist nur dann angezeigt, wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist", sagte Chef-Regulierer Kurth der Zeitung. Dies müsse in einer Anhörung geklärt werden. "Ich halte es aber auch für vorstellbar, dass die Frequenzblöcke ohne Auktion zu einem angemessenen Preis an die Netzbetreiber vergeben werden könnten", fügte Kurth hinzu.

"Bei unserer Wachstumsstrategie setzen wir zum Großteil auf UMTS"

Die Netzbetreiber reagierten den Angaben zufolge positiv. "Bei unserer Wachstumsstrategie setzen wir zum Großteil auf UMTS", sagte ein Vodafone-Sprecher. O2 hält den Vorschlag für "sinnvoll".

Kurth plant nach Angaben der "Welt" zudem, an die zwei kleineren Mobilfunker E-Plus und O2 Frequenzen aus dem GSM-Erweiterungsband zu vergeben, mit denen diese ihre Flächenabdeckung verbessern könnten. Diese Frequenzen waren vom Bundesverteidigungsministerium an den Regulierer zurückgegeben worden. Da die beiden kleinen Anbieter Jahre später als T-Mobile und Vodafone in den Markt eingetreten seien, hätten sie mit 1800-Megahertz-Frequenzen vorlieb nehmen müssen.

Teurer

Im Vergleich zu den 900-Megahertz-Frequenzen, auf denen T-Mobile und Vodafone funken, sei hier der Aufbau von Funkzellen teurer und deshalb auch die Abdeckung in der Fläche schwieriger. Zum Ausgleich sollen T-Mobile und Vodafone von den kleineren Anbietern Teile des 1800er-Frequenzbands bekommen. (APA)

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