Chronologie: Geschichte der Mongolei

17. Mai 2005, 13:05
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Dschingis Khan, Kommunismus, Demokratie - Aus Weltreich wurde armer Nachbar von Großmächten Russland und China

Wien - Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. herrschten eigene und fremde Dynastien über die von Mongolen besiedelten Gebiete. Die Chinesen bauten zum Schutz vor dem Volk nomadischer Viehzüchter an ihrer nördlichen Grenze die "Große Mauer".

1206 - Der Mongolen-Herrscher Dschingis Khan einigt die mongolischen Stämme. Er und seine Nachfahren erobern ein Gebiet, das von Ostasien bis nach Europa reichte.

Mitte/Ende 14. Jahrhundert - Zerfall des mongolischen Großreiches in Einzelreiche in China, Persien und Russland; schließlich begrenzter Fortbestand des mongolischen Reiches nördlich der Chinesischen Mauer (Äußere Mongolei; die Innere Mongolei gehört noch heute zu China).

Beginn 17. Jahrhundert - Verbreitung des lamaistischen (tibetanischen) Buddhismus in der Mongolei, nachdem bisher der Schamanismus dominierte.

1691 - Der mongolische Feudaladel unterwirft sich den Chinesen.

1911-1921 - Letztendlich erfolgreicher Unabhängigkeitskampf gegen China unter Einflussnahme des revolutionären Russland; Herrschaft des Bogd Khan als politisches und geistliches Oberhaupt.

26.11.1924 - Die Mongolische Volksrepublik nach sowjetischem Muster wird ausgerufen. Die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) übernimmt als kommunistische Einheitspartei für mehr als sechs Jahrzehnte die Herrschaft.

1968 - Die UdSSR stationiert Truppen in Stärke von etwa 75.000 Mann sowie Mittelstreckenraketen in der Mongolei.

1990 - Nach Massendemonstrationen kommt es zur politischen Wende: Aufhebung der Einparteienherrschaft, die Demokratisierung der MRVP wird eingeleitet; erste freie Wahlen, Hinwendung zu Demokratie und Marktwirtschaft, Ausarbeitung einer neuen Verfassung.

1993 und 1994 - Freundschafts- und Kooperationsverträge mit den beiden einzigen Nachbarländern Russland und China.

18.5.1997 - Wahl von Parlamentspräsident Natsagiin Bagabandi zum Staatspräsidenten als Kandidat der Ex-Kommunisten (2001 wiedergewählt)

1999-2002 - Nach einer verheerenden Dürre und einer Reihe von strengen Wintern erlebt die landwirtschaftliche Produktion einen katastrophalen Einbruch, hunderttausende Tiere sterben, Hunger in Teilen des Landes.

Juni 2004 - Wahlen zum Großen Volkshural (Parlament): Patt-Stellung zwischen der Demokratischen Vaterland-Demokratie-Koalition (MDC) und der MRVP, die zuvor 72 von 76 Sitzen hielt und vier Jahre allein regiert hatte. Die beiden Lager bilden erstmals ein Regierungsbündnis; Nambaryn Enkhbayar (MRVP), zuvor Premier, wird Parlamentspräsident, Tsakhilganiin Elbegdorj (Demokratische Partei/DP) wird Ministerpräsident.

Jänner 2005 - Die Vaterland-Demokratie-Koalition bricht auseinander. 25 ihrer Abgeordneten treten zur MRVP-Fraktion über; die Koalitionsregierung besteht aber weiter.

März 2005 - Die "Bürgerbewegung für eine gerechte Gesellschaft" ruft zu Demonstrationen für Demokratie und gegen Korruption auf. Inspiriert vom Umsturz in Kirgisien und in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken gehen in dem früheren Satellitenstaat Moskaus rund tausend Menschen in Ulan Bator auf die Straße. Seither kommt es immer wieder zu Protesten. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Immer noch überall präsent: Ein Bild des legendären Mongolen-Herrschers Dschingis Khan auf einem Teppich in der mongolischen Stadt Harhorin

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