Ariane-Ausbau bis auf weiteres abgesagt

24. Mai 2005, 15:54
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EADS sieht keine Nachfrage für Zwölf-Tonnen-Nutzlast-Version - Pläne für Raumgleiter bis 2020 - ESA auf der Suche nach Ariane-Nachfolge

Hamburg - Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will die Entwicklung einer größeren Variante seiner Ariane-Rakete stoppen. "Eine Zwölf-Tonnen-Version brauchen wir derzeit nicht. Es fehlt dafür der Markt", sagte Josef Kind, Präsident der für den Ariane-Bau verantwortlichen EADS Space Transportation, der "Financial Times Deutschland" vom Dienstag. "Wir sollten das Vorhaben auf Eis legen." Ursprünglich hatte der Konzern geplant, eine Ariane mit zwölf statt wie derzeit zehn Tonnen Nutzlast zu bauen.

Raumgleiter bis 2020

Statt der Zwölf-Tonnen-Ariane plant EADS nun, einen möglichen Nachfolger der Rakete praxisnah zu testen, wie die Zeitung weiter berichtete. Im Gespräch seien unbemannte Raumgleiter, die zwischen 2015 und 2020 einsatzbereit sein könnten. Er hoffe auf eine Entscheidung der für die Europäische Weltraumbehörde Esa zuständigen Minister bei ihrem nächsten Treffen im Dezember, sagte Kind. Die 15 Esa-Staaten könnten dann ein Programm für fliegende Testversionen des Raumgleiters beschließen. "Ich sehe hierfür auch die Unterstützung der Bundesrepublik", sagte Kind weiter. Ein solches Projekt koste pro Jahr 200 bis 250 Millionen Euro und könne 1500 Arbeitsplätze sichern.

Bereits 2001 hatte die Esa beschlossen, die Ariane von 7,5 auf zehn und dann zwölf Tonnen Nutzlast weiterzuentwickeln. Nachdem der Erstflug der Zehn-Tonnen-Version Ende 2002 scheiterte, floss kein Geld mehr in weitere Versionen. Bis 2009 läuft noch ein gut 960 Millionen Euro teures Ariane-Rettungsprogramm. Offiziell hat die Esa die Zwölf-Tonnen-Version bisher nicht abgesagt.

ESA auf der Suche nach Ariane-Nachfolge

Die Esa untersucht derzeit verschiedene Konzepte für ein Ariane-Nachfolgeprogramm. Nicht entschieden ist, ob es sich um ein wieder verwendbares System oder eine Einwegrakete handeln würde. Auch Experten streiten, was kostengünstiger ist. Die gesamten Entwicklungskosten werden auf bis zu 20 Milliarden Euro geschätzt. Ziel der Esa ist, die Transportkosten in den Weltraum von derzeit etwa 12.000 Dollar pro Kilogramm zu halbieren. Ein bemannter Raumgleiter wie der Spaceshuttle der Amerikaner ist nicht geplant. (APA)

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    Kourou, Französisch Guyana: Am 12. Februar 2005 absolvierte die Ariane 5 ECA V164 ihren erfolgreichen Jungfernflug, nachdem zwei Jahre zuvor ein erster Versuch fehlgeschlagen war.

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    Die Ariane 5 ECA vor dem Start.

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