Pfingstverkehr: Weniger tödliche Unfälle, aber viele Motorradfahrer verunglückt

19. Mai 2005, 15:54
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Laut der - vorläufigen - Statistik des Innenministeriums verloren zwei Biker, ein Mopedlenker, ein Sozius und ein Radfahrer ihr Leben

Trotz aller Befürchtungen sind zu Pfingsten die großen Megastaus auf den heimischen Straßen ausgeblieben. Auch die - vorläufige - Zahl der Toten blieb mit insgesamt neun deutlich unter jener des Vorjahrs. Ohne Berücksichtigung der 30-Tages-Frist sind dies um sieben Opfer weniger als 2004. Viele Rettungseinsätze gab es jedoch für verunglückte Motorradfahrer.

Ein schwarzes Wochenende wurde für die einspurigen Verkehrsteilnehmer verzeichnet: Wie der Touringclub berichtete, musste die Christophorus-Rettungshubschrauberflotte für insgesamt zehn schwer verletzte Motorradfahrer ausrücken. Für die endgültige Gesamtstatistik der im Pfingstverkehr ums Leben Gekommenen sei daher "Schlimmes zu befürchten", warnte Alfred Obermayr von der ÖAMTC-Informationszentrale: "Die Zahl der Verkehrstoten liegt sicher im zweistelligen Bereich." Laut der - vorläufigen - Statistik des Innenministeriums verloren zwei Biker, ein Mopedlenker, ein Sozius und ein Radfahrer ihr Leben.

Vier Tote im Ortsverkehr

Auffällig an der Statistik ist, dass sich alle tödlichen Unfälle auf Freilandstraßen oder im Gemeindegebiet ereignet haben, im höherrangigen Netz gab es keine Toten. Vier Menschen starben im Ortsgebiet, fünf außerhalb.

Wegen dieser Tendenz forderte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Dienstag die Einführung von Tempo 80 auf Freilandstraßen. Tempo 100 soll es nur dort geben, wo dies aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig sei, sagte VCÖ-Experte Wolfgang Rauh. Mit dieser Maßnahme würde sich Österreich dem EU-Niveau anpassen, erklärte er: Tempo 100 auf Freilandstraßen sei hier die Ausnahme.

Übermut und zu hohe Geschwindigkeit

Beim Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) führte man die zahlreichen Motorradunfälle darauf zurück, "dass Übermut und zu hohe Geschwindigkeit am Beginn der Bikesaison auf die Unachtsamkeit mancher Autofahrer getroffen sind", wie Direktor Othmar Thann in einer Aussendung meinte. Das KfV forderte mehr Kontrollen.

Staus blieben heuer weitgehend aus: Einzig auf der Wiener Außenringautobahn (A21) gab es gröbere Probleme, da diese ab Freitagabend zwischen Brunn am Gebirge und Vösendorf gesperrt war. Mit ein Grund für die entspannten Reiseverhältnisse auf den Autobahnen waren laut ÖAMTC die ausbleibenden deutschen Touristen. Beim Club führt man die wenigen Urlauber unter anderem auf den frühen Termin von Pfingsten, die wirtschaftliche Situation und die Konkurrenz durch Billigflieger zurück.

Vom 1. Jänner bis zum 16. Mai dieses Jahres gab es auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 236 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende März). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 249 Menschen tödlich. (APA)

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