Scharfe Kritik des Weißen Hauses

25. Mai 2005, 10:51
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Präsidentensprecher: Schaden für Ansehen der USA - "Journalistischer Standard nicht erfüllt"

Washington - Das US-Präsidialamt hat den Bericht des Magazins "Newsweek" über angebliche Schändungen des Korans in Guantanamo scharf kritisiert. Der auf anonymen Quellen basierende Bericht habe dem Ansehen der USA geschadet, sagte der Sprecher des Präsidialamtes, Scott McClellan am Montag in Washington.

Der Bericht in der Ausgabe vom 9. Mai hatte teilweise gewaltsame Proteste vor allem in Afghanistan ausgelöst. Dabei wurden mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. "Es ist verwunderlich, dass während Newsweek nun Fehler bei den Fakten eingesteht, der Bericht nicht zurückgezogen wird", sagte McClellan. "Ich denke, es sollte ein gewisser journalistischer Standard erfüllt werden. In diesem Fall war es nicht so."

"Der Bericht hatte ernste Folgen", fügte der Sprecher hinzu. "Menschen haben ihr Leben verloren. Das Ansehen der USA im Ausland wurde beschädigt." In seiner jüngsten Ausgabe gesteht "Newsweek" ein, sich bei seinem Bericht über die Koran-Entweihung im US-Gefangenenlager im kubanischen Guantanamo geirrt zu haben. Das Magazin entschuldigt sich zugleich bei den Opfern der gewaltsamen Proteste. (APA/Reuters)

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