KSV - Aufmachen, ausmisten und aufbrechen

31. Mai 2005, 10:27
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Die Kommunistischen Studierenden wollen "ohne Bussi-Bussi-Kurs" weiter mitgestalten und machen sich für ein Studierendengehalt stark

Das Wahlkampfprogramm des Kommunistischen StudentInnenverbandes (KSV) liest sich kämpferisch:

[] "Aufmachen: Zugangsbeschränkungen abbauen! Studiengebühren abschaffen! Studierendengehalt einführen!"

[] "Ausmisten: Gesellschaftskritische, selbstbestimmte Wissenschaft statt staubigem, vom Kapital diktiertem Mainstream!"

[] "Aufbrechen: Gegen diskriminierende Strukturen und Männerbünde!"

Dazu folgen die klaren Bekenntnisse gegen Sexismus, Rassismus und Antisemitismus, die für Vera Schwarz, parteifreie Listenerste des KSV an der Uni Wien, keine zierenden Worthülsen sein dürfen. Der Verband sieht dieses Versäumnis teils bei der "rosa-grünen" Bundesvertretung, denn: "Reale Proteste an der Basis wurden nicht unterstützt." Im Gegensatz dazu lasse der KSV auf Worte auch Taten folgen. Die Mobilisierung für Demonstrationen und Proteste sowie die Organisation von Veranstaltungsreihen stelle den größten Unterschied zu anderen linken Fraktionen dar. "Wir sehen uns als ein offenes linkes Bündnis für Leute, denen die Sozialisten zu lasch und die Gras zu bürgerlich sind. Die sollten sich bei uns wiederfinden."

Die bildungspolitische Seite des Wahlprogramms wird durch konkrete Forderungen ergänzt. So fordert der KSV den freien Hochschulzugang ohne Vorselektion in der Pflichtschule und macht sich für ein Studierendengehalt stark. Der Gedanke dahinter: gleiche Chancen auf Bildung für alle. Schwarz sieht für solche Vorschläge an den Universitäten aber schwarz: "Die Uni ist derzeit eine Reproduktionsstätte für die Eliten von Schwarz-Blau-Orange."

An der Wirtschaftsuniversität Wien, einer Hochburg der AktionsGemeinschaft, will die dortige KSV-Vertretung ein Mandat erringen. "Die WU ist ein spezielles Kampffeld", holt Agnes Höld, dortige Listenerste des KSV, aus. Die ÖH-WU würde einen "Bussi-Bussi Kurs" mit der Regierung fahren. Man wolle direkt in die Lehrpläne einwirken, "denn uns gefällt es nicht, dass Lehrinhalte einem globalen Mainstream angepasst werden und es keinen Spielraum für alternative Ansätze gibt".

Stolz sei der KSV vor allem "auf das Mitwirken bei der neuen, sehr progressiven, Satzung der ÖH an der Uni Wien und die gute Basisarbeit mit Studierenden". Im Wahlkampf werde nun der Kontakt mit den Studierenden vor Ort gesucht und Inhalt kommuniziert, um mehr als die jetzigen zwei Bundesmandate zu erzielen. Weitere Veranstaltungen und Diskussionen würden diese Woche beispielsweise an der WU Wien folgen. (Georg Horvath Stephanie Deimel/DER STANDARD, Printausgabe, 17.5.2005)

  • Vera Schwarz, KSV-Listenerste an der Uni Wien.
    foto: standard/urban

    Vera Schwarz, KSV-Listenerste an der Uni Wien.

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