Cow-napping nahm explosives Ende

24. Mai 2005, 15:40
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Laut weiterem Beken­nervideo der Gruppe "kommando freiheit 45" wurde angeblich ent­führte Kuh gesprengt: "Musste Verweigerungs­haltung" der Regierung geopfert werden

Wien - Jetzt weiß jeder, wo sich die angeblich aus dem Garten des Belvedere entführte Kuh "Rosa" befindet: Im Kuh-Himmel... - Sollten die selbst ernannten Entführer tatsächlich eine unschuldige Kuh - egal ob entführt oder nicht - getötet haben? So sagt es zumindest das Bekennerschreiben vom Sonntag, das das Ende der Geiselnahme auch mit einem Video dokumentiert. Der Clip zeigt zunächst eine Kuh und anschließend eine Explosion. Das Ganze dauert wenige Augenblicke und sieht mehr aus wie Explosionen in Computer-Games im Stil von "Tomb Raider" & Co.

Mit der Entführung der Kuh am 10. Mai verband die Gruppierung eine Reihe politischer Forderungen - von einer Entschuldigung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und ORF-Generalintendantin Monika Lindner bis zur Errichtung eines Partisanenmuseums im Wiener Museumsquartier, die bis zum 15. Mai, dem Tag der 50jährigen Staatsvertragsfeiern, erfüllt werden sollten.

Verwirrung und Trash

Seitdem war nur Verwirrendes rund um das Cow-napping zu erfahren: "Uns fehlt keine Kuh", erklärte der "beweidet"-Projektbetreiber "25 peaces" am vergangenen Dienstag gegenüber derStandard.at, denn "die auf der Weide fehlende Kuh stehe im Stall". Auf Puls TV erklärte ein erleichterter Kuhhirte, dass der erste Schrecken nach dem Durchzählen seiner Schützlinge verklungen sei. Und obwohl offiziell keine Kuh abgängig ist, erfuhr man in gleichem TV-Beitrag, dass die Polizei Ermittlungen wegen "Entführung und politischer Erpressung" aufgenommen habe.

Sogar humorige "Trittbrettfahrer" mischten bei der ganzen Aktion mit: Einige streuten Gerüchte, Teile des entführten Wiederkäuers befänden sich in Mistkübeln in der Nähe des Bundeskanzleramtes, andere wollten Teile des lieben Viechs gar gegessen haben.

"Opfer der Verweigerungshaltung der Bundesregierung"

Einen Tag nach dem Verstreichen ihres Ultimatums meldeten sich die mutmaßlichen Entführer wieder zu Wort und behaupteten: "Kuh für PartisanInnen und Deserteure explodiert! - Das Schweigen des Bundeskanzlers hat das Schicksal der Belvedere-Kuh besiegelt. Ganz Österreich trauert, dass Rosas Leben der Verweigerungshaltung der Bundesregierung geopfert werden musste."

Die "Kuh" oder vielmehr der "Coup" um die vermeintliche Entführung ist tatsächlich explodiert: Ob wahrhaftige "politische Gefangennahme" oder konzertierte Polit-Kunst-Aktion, mit vermeintlichen Terroristen betreibt das Kabinett Schüssel keinen Kuhhandel. (kafe)

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    videostill: z-k-w.net
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