"Verhöhnung" der Trümmerfrauen

16. Mai 2005, 18:51
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Die SPÖ kritisiert die geplante Einmalzahlung von 300 Euro als "Almosen für einige"

Wien - Kritisch steht die SPÖ der Ankündigung von Sozialministerin Ursula Haubner gegenüber, einem Teil der so genannten "Trümmerfrauen" mit wenig oder keiner Pension 300 Euro als "Dankeschön" zukommen zu lassen. Für SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek ist diese Leistung bei genauerem Hinsehen nur ein "Almosen für einige". Gerade diese Generation hätte sich "mehr als nur das verdient", meinte Heinisch-Hosek. Mit diesen 300 Euro als Einmalzahlung würden die einstigen "Trümmerfrauen" nur "als Almosenempfängerinnen abgespeist", so die SPÖ.

"Von existenzsichernden Maßnahmen hätte die Wiederaufbaugeneration wesentlich mehr als von vagen, aber publicityträchtigen Zusagen unmittelbar vor dem Staatsvertragsjubiläum." Und in Anbetracht der belastenden Maßnahmen der Regierung in den vergangenen Jahren komme diese Ankündigung "ohnehin nur einer Verhöhnung" gleich, kritisiert Heinisch-Hosek.

Haubner sieht die geplante Einmalzahlung von 300 Euro an die "Trümmerfrauen" als Geste des Dankes für ihre Leistungen beim Wiederaufbau Österreichs. Die 300 Euro sollen Frauen bekommen, die vor 1930 geboren wurden, vor 1950 Kinder bekommen haben und heute keine eigene Pension haben oder mit einem Partner vom Familienrichtsatz leben müssen. Finanzieren will Haubner diese Zahlung durch Umschichtungen im Sozialbudget. Finanzminister Karl-Heinz Grasser muss allerdings erst zustimmen. Betroffen wären etwa 55.00 Frauen. (DER STANDARD, Printausgabe, 17.05.2005)

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