Austrofestspiele an der Croisette

16. Mai 2005, 18:49
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... und Peter Sellars präsentiert Mozart-Projekte

Cannes - Drei österreichische Lang-und drei Kurzfilme in diversen Programmschienen der Filmfestspiele in Cannes: Von Michael Hanekes Caché über Frederick Bakers Dokumentation Shadowing the First Man bis hin zu Peter Tscherkasskys Instructions for a Light and Sound Machine spannt sich das Spektrum. Euphorisch proklamiert denn auch das PR-Department Austrian Film Commission "Festspiele des österreichischen Kinos", die heute, Dienstag, in einem "Austrian Day" gipfeln: Im Rahmen einer kleinen Retrospektive soll internationalen Cineasten und Brancheninsidern die Möglichkeit gegeben werden, auf signifikante Highlights der letzten 25 Jahre zurückzublicken.

Axel Cortis Welcome to Vienna ist da ebenso zu sehen wie Nikolaus Geyrhalters Elsewhere; für junge Talente stehen da unter anderem Filme von Ruth Mader, Jessica Hausner oder Valeska Grisebach. Insgesamt wirkt die ganze Auswahl ein wenig beliebig, wenn auch von gutem Willen getragen. Bedauerlicherweise wird der wesentliche Innovations-Pool des heimischen Kinos, der Avantgarde- und Experimentalfilm, konsequent unterschlagen.

Mit Neugier blickt man vor allem einer Pressekonferenz entgegen, die Peter Sellars im Rahmen des "Austrian Day" abhalten wird: Der US-Regisseur will nämlich jene mit österreichischen Geldern subventionierten Filmprojekte präsentieren, die er im Rahmen des Wiener Mozart-Jahres 2006 kuratiert. Dem Vernehmen nach werden es vorwiegend asiatische und afrikanische Künstler sein, die sich in den nächsten Monaten von und zu Mozart inspirieren lassen sollen.

Und weil in Cannes alles nichts ist, wenn es nicht irgendwann ein größeres Gesellschaftsevent nach sich zieht, wird es am Ende des "Austrian Day" eine "Austrian Night" mit DJs wie den Sofa Surfers geben, auf einem der großen Society-Strände direkt gegenüber den Luxushotels. Lasst uns tanzen! (DER STANDARD, Printausgabe, 17.05.2005)

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